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HEY OCEAN! - IS

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Artist HEY OCEAN!
Title IS
Label NETTWERK
Leserbewertung
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3.3/10 (3 Bewertungen)

Was hat die Animationsserie „My Little Pony” mit der kanadischen Indie-Kapelle HEY OCEAN!? zu tun? Nun, Ashleigh Ball spielt seit der Bandgründung im Jahr 2005 Querflöte und singt, während sie gleichzeitig die englische Stimme der Figuren Rainbow Dash und Apple Jack aus eben dieser – ursprünglich mal für junge Mädchen – konzipierten Serie ist. Aus mir unerklärlichen Gründen hat sich „My Little Pony“ allerdings zu einem wahren Internetphänomen entwickelt, weshalb sich neben der eigentlichen Zielgruppe eine Fangemeinde etabliert hat, die überwiegend aus 14- bis 35-jährigen Männern besteht. Die mögen wiederum ganz offensichtlich auch die HEY-OCEAN!-Mucke, was ich persönlich deutlich weniger schräg finde, als die Begeisterung für diese seltsamen Pony-Klone und den ganzen damit verbundenen Rummel.

Im Vergleich dazu präsentiert sich die dritte Full Length von Miss Ball, Dave Vertesi (Vocals & Bass) und David Beckingham (Vocals & Gitarre) dann auch geradezu unaufgeregt und auch schräge Zwischentöne kommen bei den 13 Songs, die um drei Bonus-Tracks ergänzt wurden, selten vor. Stattdessen startet der Dreier mit dem Opener „If I Were A Ship“ dank des lieblichen Gesangs der Dame im Bunde und hölzerner Perkussion eher minimalistisch, um schließlich zum großen Finale auch ein Tasteninstrument ins Boot zu holen. Die zweite Single „Make A New Dance Up“ verbreitet derweil beschwingtes Sommerfeeling, während sich die erste Auskopplung „Big Blue Wave“ mit ansteckenden Hooks und unwiderstehlichen Melodien in den Gehörhängen festbeißt und die Füße wippen lässt. Anders „Islands“, das mit leisen Streicherarrangements und einem gemischtgeschlechtlichen Duo an den Mikros für ein gefühlsbetontes Intermezzo sorgt. „Jolene“ treibt das Trio erneut gut aufgelegt nach vorn, bevor „New Love“ einmal mehr zum Zuhören und das jazzige „Bicycle“ zum Mitklatschen einladen. „Change“ ist ein frecher Popsong mit Hit-Potenzial, wohingegen sich „Steady“ wieder in ruhige Gefilde zurückzieht, worauf HEY OCEAN! das hymnische „I Am A Heart“ folgen lassen. Akustisches Terrain betreten die Musiker mit dem reduzierten „(For)Give“, das stilistisch und thematisch zum sich anschließenden „Give“ zählt. Mit dem finalen „Last Mistake“ setzen die Kanadier eine eindringliche Schlussmarke, doch so ganz am Ende sind wir ja noch gar nicht, denn da gibt’s noch die „Zugaben“, von denen ich insbesondere das „Be My Girl“-Cover ins Herz geschlossen habe. Für den Film „Dirty Dancing“ konnte ich mich nie wirklich erwärmen, aber der RONETTES-Klassiker kommt in der HEY-OCEAN!-Bearbeitung wirklich sehr groovend und mitreißend rüber.

„IS“ punktet mit Originalität, Abwechslungsreichtum, Spielfreude und Emotionalität. Macht in Summe perfekten Indie-Pop mit Tiefgang und Gute-Laune-Garantie!

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