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HI! SPENCER - Nicht raus, aber weiter

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Artist HI! SPENCER
Title Nicht raus, aber weiter
Homepage HI! SPENCER
Label UNCLE M MUSIC
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Möglicherweise hat Sven Bensmann, seines Zeichens Sänger der Indie-Punk-Combo HI! SPENCER bei mir sein erstes Sparkassenbuch bekommen. Damals, im beschaulichen Hagen am Teutoburger Wald, als der kleine Sven vielleicht mit seiner Spardose zum ersten Mal in der Sparkasse aufgeschlagen ist. Vermutlich wird er sich nicht erinnern können. Ganz sicher hat er dieser Tage aber auch ganz anderes im Kopf, denn HI! SPENCER veröffentlichen mit „Nicht raus, aber weiter“ ihr zweites Album.

Und mit dem könnte die vor sechs Jahren gegründete Kapelle endgültig durchstarten. Dass Sven mit den Kollegen Janis Petersmann (Gitarre), Malte Thiede (Gitarre & Gesang), Jan Niermann (Bass/Keys & Vocals) und Niklas Unnerstall (Drums) die heimische Osnabrücker Lagerhalle mit 500 Fans ausverkauft, ist ja fast schon Ehrensache, aber jetzt soll und darf auch die ganze Republik „Nicht raus, aber weiter“ kennenlernen. Mit dem Opener „Weck mich auf“ lassen die Jungs den geneigten Hörer in der Tat aufhorchen, was zum einen am rauen Organ des Herrn Bensmann, zum anderen an der euphorischen Hookline der Nummer liegt. Noch eine Spur einnehmender ist die nachfolgende Single-Auskopplung „Wo immer du bist“ ausgefallen: KETTCAR meets MUFF POTTER meets JUPITER JONES! Der Titeltrack klingt hingegen im ersten Moment etwas sperriger, entwickelt sich dann jedoch im smoothen Midtempo zum hymnenhaften Ohrwurm, bei dem BILDERBUCH und VON WEGEN LISBETH ihre Spuren hinterlassen haben. Mit ruhigen, durchaus grüblerischen Melodien und Texten übernimmt „Der Küchentisch“, während „Klippen“ der bislang düsterste Song der Bandgeschichte ist. Es geht um die Entfremdung zweier Menschen, deren Absturz vermittels infernaler Rausch- und Verzerr-Frequenzen zum Ausdruck gebracht wird. Im Anschluss übernimmt das energiegeladene „Schalt mich ab“ schrammelig-schön, um mit „Angst ist ein Magnet“ lauthals auf den Dancefloor zu bitten. Derweil sorgt „Tauwetter“ für wohlwollendes Kopfnicken, ehe das fein ziselierte „Hinter dem Mond“ zum Nachdenken und Zuhören einlädt. Mit „Richtung Norden“ lässt es der Fünfer wieder krachen und hat sich für die Chor-Untermalung eventuell ein paar Anregungen bei THEES UHLMANN geholt. Auf der Zielgeraden geht es auf die „Deponie“ – nicht um die Langrille dort direkt zu entsorgen, sondern um noch einen letzten sagen wir mal getragenen Indie-Punk-Rundumschlag vorzunehmen.

HI! SPENCER haben für meinen Geschmack auf „Nicht raus, aber weiter“ alles richtig gemacht. Jetzt bedarf es neben dem nötigen viralen Zuspruch und der richtigen PR nur noch dem berühmten Quäntchen Glück, damit nach Ibbenbüren (DONOTS) und Rheine (MUFF POTTER) auch Osnabrück eine Punk-Bank hat, die man deutschlandweit kennt. Wobei wir unsere Altvorderen, DIE ANGEFAHRENEN SCHULKINDER, natürlich nicht vergessen wollen…

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