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HIGH FIRED WATER - Demo 2009

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Artist HIGH FIRED WATER
Title Demo 2009
Homepage HIGH FIRED WATER
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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10.0/10 (3 Bewertungen)

„Gegensätzliche Elemente, die in Explosivität, Aggression, Kraft (Fire) und gleichsam Ruhe, Harmonie und Ausgeglichenheit (Water) miteinander verbunden sind.“ – so kommt man auf einen Namen wie HIGH FIRED WATER. Wie sich die Vertonung dessen anhört, präsentieren uns die ehemaligen Mitglieder von ONE WAY TICKET mit dem dazu gestoßenen Sänger Hauke auf der ersten Demo ihrer noch jungen Bandhistorie, die erst Anfang dieses Jahres ihren Lauf nahm.

Dass es sich dabei mitnichten um einen unkontrollierten Schnellschuss handelt, beweist mit „This Time“ die erste der drei Kompositionen. Der Opener beginnt gleich mit locker-leichter Attitüde, bekommt dann aber durch Bass und Drums ein rockiges Gegengewicht angehangen, so dass das im Bandnamen angepriesene Gleichgewicht auf jeden Fall gegeben ist. Entsprechend gut fügt sich dann auch der „neue“ klare Gesang von Hauke ein, der sich ab und an mit dem noch aus „alten“ Tagen bekannten Shouting abwechselt. Dieser lässt das Ganze ein klein wenig in die emocorige Schublade schielen, in der man die Bielefelder Formation aber keineswegs suchen muss. Das beweist auch „Not in my name“, bei dem wesentlich mehr gerockt als geweint wird. Drückte man bei dem ersten Song eher vornehmlich aufs Gas, glänzt man hier eher mit PS. Sehr druckvoll kommt das Stück daher, vielleicht hätte man das gelungene Riffing noch ein Quäntchen mehr aus dem Gesamtsound herausarbeiten können. Für dieses zeigen sich die Gitarristen Nico und Flo verantwortlich, die außerdem zusammen mit Hauke eine sehr gelungene Vocal-Arbeit aufbieten und durch die HIGH FIRED WATER derart gut in dreifacher Ausführung besetzt sind, wie manch eine Kombo es gerne allein schon in der einfachen Variante wäre. Neben dem wiederholt angenehmen Clean-Gesang überzeugt hier vor allem das Shouting gegen Ende des Songs mit seinen leichten ALEXISONFIRE-Anleihen. Mit dem dritten und letzten Stück „Ashes to Ocean“ lässt man es etwas ruhiger angehen. Wunderschöner Drive, den das Quintett da bei der Halbballade fährt, der glücklicherweise nicht dem Trend der letzten Jahre folgt und so Rock statt Emo getankt hat. Ein sehr nettes Gitarrensolo beendet dann die gut genutzte Gesamtspielzeit von annähernd 13 Minuten.

Den Mut, nach einem eigentlich recht verheißungsvollen Unternehmen wie ONE WAY TICKET den Neuanfang mit HIGH FIRED WATER zu wagen, muss man erst einmal aufbringen – und für den belohnen sich die Ostwestfalen und ihre alten und neuen Anhänger bereits jetzt mit diesem Demo. Der Einflüsse der vergangenen Jahre schämt man sich nicht (warum auch), richtet sie nun aber noch mehr nach seiner eigenen musikalischen Leidenschaft aus. So reduzierte man den immer noch vorhandenen Punk-Anteil ein wenig zu Gunsten einer ordentlichen Extra-Portion Rock, die sehr verträglich mit dem Neuzugang Hauke harmoniert. Dieser scheint sich auch ohnehin gut eingefunden zu haben, andernfalls ist eine Demo mit dieser Qualität (sowohl produktionstechnisch als auch musikalisch) wohl gar nicht möglich. Man darf gespannt sein, wie sich HIGH FIRED WATER nun bei etwas längerem Bestehen entwickeln, wobei man hoffentlich nicht vor Eigenständigkeit zurückschreckt. Potential für einen eigenen und gleichzeitig erfolgreichen Stempel ist definitiv vorhanden.

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