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HIGHASAKITE - Silent Treatment

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Artist HIGHASAKITE
Title Silent Treatment
Homepage HIGHASAKITE
Label PROPELLER RECORDINGS
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Norwegens HIGHASAKITE machen Popmusik, allerdings von der abenteuerlichen Indie-Pop-Sorte, die voller Kontraste steckt. Ihre Melodien und Instrumentierungen sind kühn und dennoch nicht prahlerisch, das Abebben des Einen erlaubt die Entfaltung des Anderen; ob es Ingrid Helene Håviks außerweltlicher Gesang oder die dynamische Kombination von Synthesizer, Bläsern und Perkussion ist. Nach zahlreichen Auftritten auf internationalen Festivals und der EP „In And Out of Weeks“ folgt jetzt das Debütalbum „Silent Treatment“.
Die Ursprünge der Band sind im Trondheim Jazz Konservatorium zu finden, wo Sängerin und Songwriterin Håvik und der Schlagzeuger Trond Bersu sich kennenlernten und gemeinsam begannen, Lieder zu schreiben, aufzunehmen und aufzutreten. Das Paar ging dann mit Thomas Dahl (KRØYT) als Produzent ins Studio, hatte dabei allerdings das Gefühl, es fehle noch etwas für den Sound, der ihnen vorschwebte. Als Konsequenz kam Øystein Skar an den Synthesizern hinzu, später stießen dann für eine reichere Textur und einen potenteren Sound noch Marte Eberson (ebenfalls Synthesizer) und Kristoffer Lo (Gitarre, Flugabone und Perkussion) dazu.

Von den Songs der erwähnten EP hat es keiner auf die erste Full Length geschafft. Das mag auch daran liegen, dass der Fünf-Tracker von Kindheit und Nostalgie inspiriert wurde, während die LP thematisch tiefgründiger und mysteriöser angelegt ist. In diesem Sinne startet der Silberling mit „Lover, Where Do You Live?“ auch angemessen melancholisch, während die erste Single-Auskopplung „Since Last Wednesday“ mit viel Liebe zum Detail und wunderschönen Melodien aufwartet. In die Vollen geht es mit „Leaving No Traces“ nicht nur in Sachen Instrumentierung, sondern auch hinsichtlich der ausdrucksstarken Stimme von Ingrid Helene Håvik, bevor das reduzierte „Hiroshima“ übernimmt. Die Vocals changieren in dunklere Gefilde, Assoziationen an die deutsch-schwedische Formation NEW FOUND LAND werden wach. „My Only Crime“ ist eine kleine, exquisite Pop-Perle besonderer Güte, bevor sich „I, The Hand Grenade“ über sechs Minuten vom scheuen Liedchen zum energiegeladenen musikalischen Statement entwickelt. „Darth Vader“ schließt sich mit fröhlichen Rhythmen an, um beim mehrstimmigen „Iran“ erneut druckvoll zu agieren. „The Man On The Ferry“ lässt zarte Tonfolgen erklingen und auch „Science & Blood Tests“ verweilt mit ätherischem Gesang und vielschichtigen Arrangements in lieblicher Sentimentalität.

„Silent Treatment“ bedeutet, jemanden mit Schweigen zu strafen. Davon sind die Skandinavier weit entfernt. Stattdessen belohnen sie die Aufmerksamkeit ihrer Hörer mit nicht alltäglicher Musik, die mit dem Stempel „Indie-Pop“ auch nicht annähernd beschrieben werden kann. Vielmehr offerieren sie ungewöhnliche Arrangements voller Gefühl und Tiefgang sowie eine ganz besondere Stimme, die dem Ganzen die Krone aufsetzt.

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