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HIRSUTE PURSUIT - Tighten that muscle ring

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Artist HIRSUTE PURSUIT
Title Tighten that muscle ring
Homepage HIRSUTE PURSUIT
Label COLD SPRING
Leserbewertung
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2.8/10 (5 Bewertungen)

Subtilität geht anders. Der Name, der Albumtitel, die Tracktitel und nicht zuletzt die Covergestaltung sprechen eine klare Sprache und sind völlig unmissverständlich: „Gay Sex Music that offers no apologies.“

Und so stampft sich das Album mit permanenten männlichem Gestöhne (der Sex soll echt sein) und klaren Anweisungen wie „It’s about what you can do for me“, „You are here for my pleasure“, „Fuck time“, „Absolutely Fuck“, die auch noch konkreter werden, durch insgesamt 13 Stücke, die von Elektro über IDM bis hin zu Techno variieren. So einfach die Texte, so einfach ist auch die Musik. Monotone Rhythmen stehen im Vordergrund, Melodien sind so rar wie die weibliche Note an diesem Werk. Die Musik, „that smells like a man“, spiegelt scheinbar den Sex wider, den sie anregt: Monoton, hart und egoistisch. Schwuler Groove für die Tanzfläche und fürs Bett.

„Tighten that muscle ring“ ist die zweite Veröffentlichung von HIRSUTE PURSUIT, hinter dem Harley Phoenix und sein musikalischer Partner Bryin Dall (LORETTA’S DOLL, THEE MAJESTY) steht. Auf zwei Stücken meldet sich auch der 2010 viel zu früh verstorbene Peter „Sleazy“ Christopherson (COIL, THROBBING GRISTLE) zu Wort. Und die wohl größte Überraschung ist die Performance von Boyd Rice (NON), der ja nun nicht gerade für seine Toleranz bekannt ist. Und der vermuteten Ironie schon fast zu viel, präsentiert er auch noch DAVID BOWIEs „Boys keep swinging“. HIRSUTE PURSUIT polarisieren. Eine goldene Mitte gibt es nicht. Entweder man lässt sich mittreiben (dazu muss man nicht unbedingt selber homosexuell sein, wenn man sich nicht zu sehr auf das Kopfkino einlässt) oder man wendet sich entsetzt ab. Wobei wir wieder beim ursprünglichen Geist des Industrial sind, der hier jedoch auf eine harte Probe gestellt wird.

Harley Phoenix arbeitet übrigens derzeit an einer HIRSUTE PURSUIT-Live-Show, mit Musikern, Tänzern und Videoperformance, die den Zuschauer in eine vollständige sinnliche Explosion einbeziehen soll. Ähm… ja… ich glaube ich belasse es dann doch beim rein akustischen Konsum. Ein interessantes Album, das zu Recht das Gütesiegel „Parental advisory explicit content“ trägt. Reinhören empfohlen. Und dann entscheidet euch, auf welche Seite ihr gehört.

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