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HOCICO - Tiempos De Furia

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Artist HOCICO
Title Tiempos De Furia
Homepage HOCICO
Label OUT OF LINE
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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6.9/10 (9 Bewertungen)

Zeiten des Zorns – Tiempos De Furia. Ja ich weiß, die Amazon Produktbeschreibung beginnt genauso, aber dieser Anfang ist mir tatsächlich von ganz alleine eingefallen, bietet sich ja auch irgendwie an. In Zeiten, in denen Mexico einer der gefährlichsten Staaten überhaupt ist, in denen ein Menschenleben nichts zählt und tonnenweise Drogen verschoben werden, sicher keine plakative Worthülse. Inwieweit Erk Aicrag und Racso Agroyam hier persönlich betroffen sind, kann ich nicht beurteilen, dass sie aber immer noch eine Menge Zorn in sich tragen, steht nach dem Genuss des neuen Albums außer Frage. War die Vorab EP/ Single/ MCD „Dog Eat Dog“ bereits ein ordentlicher Appetizer (der allerdings ein paar Fragen aufwarf), kann die aktuelle Langrille über weite Strecken den hohen Qualitätsstandard vorangegangener Veröffentlichungen halten. Wenngleich der meiner Meinung nach insbesondere in der ersten Hälfte absolut fantastische „Memorias Atras“-Vorgänger nicht erreicht wird, diesen kleinen Preis zahlt man für einen gesteigerten Abwechslungsreichtum.

Der Opening Dreier wütet zunächst etwas unspektakulär durch die Botanik – hart, aggressiv, rhythmus-betont aber nicht sonderlich eingängig. Dieser Eindruck verflüchtigt sich allerdings nach mehrmaligem Hören, denn hier sind mal wieder (Achtung Worthülse) die Feinheiten im Sound Design gefragt. Dennoch keine Klassiker, die über Jahre in Erinnerung bleiben werden. Hier bieten sich stattdessen der fette Stomper „Bite me!“ sowie der Titeltrack an Position 10 an. Herrlicher stumpfer Groove zum abschädeln und tanzen und ein guter Kontrast zu ein paar etwas experimentelleren Sachen im Midtempo-Bereich. Dort geht es dann ein wenig in Richtung Dark Electro, was dem Album substantiell eine lange Haltbarkeit verleiht. Auch die eingangs erwähnte Single Auskopplung hat sich mittlerweile in meinen Membranen festgesetzt. Der Zeitfaktor ist also nicht unerheblich, wobei man bei HOCICO auch nie die Lust verliert, sich mit ihrem Oeuvre auseinanderzusetzen. Können nicht viele Genre Acts von sich behaupten.

Insofern wieder ein überdurchschnittliches Werk der beiden Elektro Derwische, die ihre Hausaufgaben gemacht haben. Aggressiv in Aussage und Gestus, vielschichtig in den Kompositionen, technisch up to date (von den merkwürdigen Kanalwechseln in „Hey… It’s me“ mal abgesehen). Mit 3, 4 Tanzflächenknallern gesegnet wird auch das Club Potential nicht außer Acht gelassen. Mehr kann man nach so vielen Jahren nicht verlangen. Außer vielleicht eine Limited Edition inkl. FEINDFLUG-Remix, die ich leider nicht bewerten kann. Fury has its Wrath!

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