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HODJA - Hodja The Band

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Artist HODJA
Title Hodja The Band
Homepage HODJA
Label NOISOLUTION
Leserbewertung
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4.0/10 (1 Bewertungen)

Tenboi Levinson, F.W. Smolls und Gamiel Stone sind HODJA. “Hodja” ist gleichzeitig auch Titel und Anrede für islamische Religionsgelehrte und kann sogar als Teil des Namens gebraucht werden. Wir erinnern uns an die türkische Legende Nasredding Hodja, den prominentesten Protagonisten humoristischer prosaischer Geschichten im gesamten türkisch-islamisch beeinflussten Raum vom Balkan bis zu den Turkvölkern Zentralasiens. So viel zum Bildungsauftrag des Terrorverlages und zurück zu unseren musikalischen Kernkompetenzen, denn HODJA sagen es ja schon im Albumtitel: wir haben es hier mit einer Band zu tun. Die hat sich wiederum auf herunter gekochten, schwarzen Rock’n’Roll, Gospel, Soul und Voodoo spezialisiert und ist in New York zuhause. Oder doch eher in Dänemark? So genau weiß man das nicht. Auf jeden Fall wurde der Silberling in Kopenhagen, besser gesagt im autonomen Hippie-Stadtstaat Christiania, aufgenommen. Womit wir zu den personellen Überscheidungen mit REVEREND SHINE SNAKE OIL CO kommen, denn dort ist der Sänger Gamiel Stone ebenfalls Fronter.

Soweit die harten Fakten, kümmern wir uns jetzt einmal um die musikalische Umsetzung. „She’s So Heavy“ heißt es da im Opener und schwer sind auch die scheppernden Melodien, die Levinson am Sechssaiter und Smolls hinter den Fellen produzieren. Stone liefert dazu den durchdringenden Gesang und schon befinden wir uns mitten in einer wunderbar dreckigen Rhythm’n’Blues-Session. „Arlene“ lässt es im Anschluss etwas gemächlicher und recht emotional angehen, bevor „Devil On My Back“ erneut in die Vollen geht. „My soul must be  black…“ sinniert Gamiel an dieser Stelle und ich kann dem Mann bei so viel schwarzem Blues nur beipflichten. In diesem Sinne schließt sich auch das vertrackte „Wool Sweaters“ an, ehe „Going Down“ auf die Kraft der akustischen Waffen setzt. Es groovt auch mit reduzierten Mitteln gewaltig und „Jesus Rolls“ ist schlicht eine mitreißende Predigt in Sachen Rock’n’Roll. Leise Töne kennzeichnen derweil das melancholische „Your Eyes“ bei dem die sonore Stimme des Angerymans für zusätzliche Gänsehaut-Attacken sorgt. „The Rapture“ holt den Hörer mit viel Wumms auf den Boden der Tatsachen zurück, während „Fear“ sich entspannt zeigt und das finale „Why Why Why“ den hochenergetischen Reigen mit nachdenklichem Minimalismus beschließt.

HODJA leben Rock’n’Roll und Rhythm’n’Blues unverkennbar in ihrer ursprünglichen Idee. Das macht „Hodja The Band“ absolut hörenswert und zeitlos. Hier sind drei Vollblutmusiker zugange, die einfach Bock haben und das in ihren packenden Songs auch zum Ausdruck bringen.

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