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HOLE - Nobody’s Daughter

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Artist HOLE
Title Nobody’s Daughter
Homepage HOLE
Label MERCURY
Leserbewertung
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9.3/10 (3 Bewertungen)

Es ist also tatsächlich vollbracht: HOLE sind wieder da! Und wenn von HOLE die Rede ist, ist natürlich eigentlich die Rede von COURTNEY LOVE, die in den letzten Jahren weniger durch ihre Musik als durch Drogenexzesse, damit verbundene Entzugsbehandlungen und allerlei Rechtsstreitigkeiten in Verbindung mit dem NIRVANA-Nachlass, den sie als Witwe von KURT COBAIN für sich allein beansprucht, von sich reden machte, wenn sie nicht gerade wieder irgendwo mit ihrem gewagten Auftreten für einen Skandal sorgte. Aber die Dame scheint sich gefangen zu haben und selbst wenn der VÖ-Termin für die fünfte HOLE-Langrille mehrfach verschoben werden musste: Das Warten hat sich gelohnt!

Gleich der Titeltrack „Nobody’s Daughter“ lässt daran keinen Zweifel. Die Nummer frisst sich umgehend ins Hirn und zweifelsohne hat Miss Love in diesem Jahrtausend noch nicht so präsent geklungen wie hier. Natürlich ist die Stimme nach wie vor extrem versoffen und verraucht, aber das muss auch so sein und man spürt eindeutig den Tatendrang der Dame, die ihre Begleitband mal wieder komplett ausgetauscht und damit Gründungsmitglied Eric Erlandson auf den Plan gerufen hat, der gegen Courtneys Vorhaben, die Platte unter der HOLE-Firmierung in die Läden zu bringen, gerichtlich vorgehen wollte. Mir persönlich ist es egal, wie wir das Baby nennen. Das Ergebnis zählt und daran gibt’s nicht zu meckern. „Skinny Little Bitch“ legt im Vergleich zum Opener sogar noch einen Zahn zu, während „Honey“ herrlich dreckig im Midtempo daherkommt. Die weibliche Grunge-Ikone der Neunziger beweist gekonnt, dass sie nichts verlernt hat und jagt mit „Pacific Coast Highway“ und „Samantha“ wohlige Schauer über die Rücken ihrer Zuhörer. Die Langäxte komplettieren den gewollt kaputten Eindruck mit viel Gejaule, verstehen sich aber auch auf emotionale Momente, wie sie „Someone Else’s Bed“ mitbringt. COURTNEY LOVEs Vocals sind derweil schneidend wie ein scharfes Skalpell und dulden auch beim geigengeschwängerten „For Once In Your Life“ keine Widerrede, selbst wenn sie sich hier und beim melancholischen „Letter To God“ nicht ganz so kratzbürstig zeigt. Überhaupt versteht sich 45-jährige auf die leisen Töne ebenso gut wie auf knackige Klänge. So geben HOLE mit „Loser Dust“ auch umgehend wieder Gas, ehe mit viel Drive geklärt wird, wie „How Dirty Girls Get Clean“. Als Bonus Track empfiehlt sich zum guten Schluss noch das akustische „Never Go Hungry“ mit aufgeräumten Sounds, womit dann auch die letzten Zweifel erledigt sein sollten, dass mit „Nobody’s Daughter“ eines der bemerkenswertesten Comebacks des Jahres eingeläutet worden ist.

Ende 2010 kommen HOLE über den Großen Teich und geben sich bei der Gelegenheit auch in Deutschland die Ehre. In Anbetracht dessen, wie es COURTNEY LOVE bereits auf der Konserve krachen lässt, sollten das schweißtreibende Veranstaltungen werden, die man besser nicht verpasst. Zur Vorbereitung verordne ich dringend den lauten und ausführlichen Genuss des Silberlings!

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