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HOLLENTHON - Opus Magnum

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Artist HOLLENTHON
Title Opus Magnum
Homepage HOLLENTHON
Label NAPALM RECORDS
Leserbewertung
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7.5/10 (6 Bewertungen)

Es scheint fast so, als ob im EM-Jahr in unserem Nachbar- und zugleich Mitgastgeberland Österreich das sonst vielleicht eher beschaulichere Leben ordentlich Fahrt aufnimmt. Selbst die Dark Metaller HOLLENTHON versprühen geschlagene sieben Jahre nach ihrem Zweitwerk „With vilest of worms to dwell“ wieder Lebenskraft. Wer hier einen Bogen zu der erneuten Auflösung von PUNGENT STENCH spannt, liegt sicher richtig. Aber wie das eine Kapitel ein Ende findet, so kann Fronter Martin Schirenc, der den PS-Basser Gregor Marboe gleich mit ins Boot geholt hat, mit dem anderen eben wieder zu Höchstleistungen auflaufen. Genau diese werden nämlich auch verlangt, wenn man ein Album vollmundig mit „Opus Magnum“ betitelt. Das „große Werk“ soll es diesmal also sein und gänzlich Unrecht haben die Wiener damit sicher nicht.

Denn es gleicht schon einer ausgeklügelten Inszenierung, was das Quartett, zu dem auch noch Martin Arzberger als zweiter Gitarrist und Mike Gregor an den Drums gehören, hier abgeliefert hat. Wuchtige Gitarrenwände treffen auf düsteren Orchestral-Bombast und verbinden sich zu einer diabolischen Atmosphäre. Gleich der Opener „On the wings of a dove” legt mächtig stürmisch und symphonisch los. HOLLENTHON-typische gregorianische Chöre verstärken neben Martins eindringlichen Vocals das ohnehin schon dichte Stimmungsbild. „To fabled lands“ lebt zudem von seinem Groove sowie allseits präsenten Heavy Metal Einflüssen im Riffing, endet jedoch eher getragen. Auch „Son of Perdition“, das zeitweise an THERION zu „Vovin“-Zeiten erinnert, kommt recht melodisch daher und überrascht mit griffigen „Urschreien“ (DSCHINGIS KHAN auf Extrem Metal?), die sich in ein kerniges, effektives Arrangement einfügen. Für die richtige Balance sorgt nicht nur in diesem Stück wieder Elena Schirenc mit zarten weiblichen Gesangslinien.

In der Albummitte wirken die Songs an der einen oder anderen Stelle allerdings ein wenig überfrachtet und es bedarf einiger Aufmerksamkeit, sämtliche Feinheiten herauszufiltern. Hier und da hätte ich mir mehr Übersong-Potenzial wie etwa bei „Fire upon the blade“ oder „Conspirator“ vom Vorgänger gewünscht. Das abschließende „Misterium Babel“ hinterlässt mit seinen orientalischen Einsprengseln aber einen mehr als versöhnlichen Eindruck einer gleichwohl gelungenen Symbiose aus Metal und Klassik. Mir taugts, wie der Österreicher sagen würde.

PS: Auf der Limited Edition von „Opus Magnum“ findet sich noch eine Coverversion von „The Bazaar” der kanadischen Rockband THE TEA PARTY.

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