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HOLLY JOHNSON - Europa

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Artist HOLLY JOHNSON
Title Europa
Homepage HOLLY JOHNSON
Label PLEASUREDOME
Leserbewertung
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8.0/10 (3 Bewertungen)

15 Jahre ist es her, dass HOLLY JOHNSON, Ex-Frontmann der legendären FRANKIE GOES TO HOLLYWOOD, ein Studioalbum veröffentlicht hat. Gleichzeitig liegt das Langspieldebüt „Welcome To The Pleasuredome“ von FGTH sogar schon satte 30 Jahre zurück. So ganz selbstverständlich ist es dabei nicht, dass Johnson heute noch Musik machen kann, denn seit 1991 weiß der bekennende Homosexuelle, dass er HIV-positiv ist. Nach einer langen Pause, in der er u.a. sein Kunststudium wieder aufnahm, welches er aufgrund des großen Erfolges der Single „Relax“ 1983 aufgegeben hatte, konzentriert er sich jetzt wieder auf die Musik und geht auch erneut auf Tour.

„Follow Your Heart“ dürfte dabei nicht nur der Titel des Albumopeners sein, sondern auch das Lebensmotto des 54-jährigen. Der Mix dieser Nummer lag in den Händen des im Frühjahr verstorbenen Frankie Knuckles, der 1989 auch schon für die allererste Solo-Single „Love Train“ verantwortlich zeichnete.  Es geht recht elektronisch und sehr tanzbar auf „Europa“ zu. Selbiges beweisen beispielsweise das hymnische „In And Out of Love“ und das verspielte „Heaven’s Eyes“. Wirklich Neues sollte man von Mr. Johnson allerdings nicht erwarten. Er vertraut vielmehr auf bewährte Trademarks, die auch schon vor drei Jahrzehnten bestens funktionierten (etwa ein bisschen Piano-Geschmachte a la „So Much It Hurts“ oder flirrende Tanz-Sounds Marke „Dancing With No Fear“), doch fehlt ein wenig der Biss der alten Tage. Keine Frage, Nummern wie „Europa“, „Glorious“ oder auch „Hold On Tight“ sind solides Pop-Handwerk, aber halt auch ziemlich austauschbar. Ähnlich verhält es sich mit dem emotionsgeladenen „Lonesome Town“, auf das mit „You’re In My Dreams Tonight“ und „The Sun Will Shine Again“ noch zwei Nummern folgen, die zweifellos verzichtbar gewesen wären.

Wer sich auf ewig an Songs wie „Relax“, „Two Tribes“ und „The Power of Love“ messen lassen muss, hat es vielleicht nicht eben leicht, aber auch ohne diese Referenzen im Hinterkopf ist „Europa“ nicht unbedingt ein Meisterwerk. Für HOLLY JOHNSON war’s aber wohl auch so etwas wie eine Selbsttherapie und ich bin mir sicher, das es auch noch genügend Fans gibt, die auf den inzwischen etwas seichten Retro-Pop des in Ehren ergrauten Holly stehen, um auch die Konzerte einigermaßen voll zu bekommen.

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