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HOLLYWOOD ROSES - Dopesnake

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Artist HOLLYWOOD ROSES
Title Dopesnake
Homepage HOLLYWOOD ROSES
Label ABSTRACT/ DEADLINE MUSIC
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Schaut man sich die Homepage der Südkalifornier an, besteht kein Zweifel mehr, dass die HOLLYWOOD ROSES den guten alten Gunnern recht nahe stehen. 1998 ist das Quintett als GNR-Coverband gestartet, jetzt kommen die Herrschaften mit ihrem Debüt „Dopesnake“ in die Plattenläden.

Neben dreizehn eigenen Songs enthält die Scheibe auch zwei Cover – nein, diesmal nicht Axl Rose und Konsorten! Vielmehr hat der Fünfer sich VAN HALENs „Ice Cream Man“ und THIN LIZZYs „Jailbreak“ vorgenommen. Der Eismann ist leider nicht ganz so knackig wie das Original, klebt vielleicht auch einfach zu sehr an der Vorlage, da hätte ein wenig künstlerische Freiheit gut getan. Auch beim besungenen Gefängnisausbruch wagen die HOLLYWOOD ROSES zu wenig eigenes, dadurch wirkt das Ergebnis eher wie ein müdes Plagiat denn eine hörenswerte Neuinterpretation. Doch da sind ja noch jede Menge HOLLYWOD ROSES-Stücke und die versprühen durchaus Spielfreude. Mit „Hell Yeah!“, „Turbosheen“ und „Cry“ legen die Jungs echte Sleaze Metal-Hymen vor, denen man die lange GNR-Vergangenheit der Band durchaus anhört. Auch die Stimme von Fronter Colby Veil klingt zwischendurch immer wieder untrüglich nach Mr. Rose, was ja nicht zwingend von Nachteil sein muss. An den Instrumenten versteht man ebenso sein Handwerk, so dass man sich auf solide Rockmusik freuen darf, die stets gitarrenlastig präsentiert wird und im Fall von „Skill of The Kill“ noch mit einem netten Hintergrundchor aufwartet. Scheppernde Beats und hypnotische Vocals verspricht „S.C.E“, bevor „My Deceit“ wieder Tempo macht. „Lights out“ fällt gesanglich etwas aus dem Rahmen, auch sonst entfernt sich dieser Song wohl am weitesten von den GUNS’N’ROSES-Vorbildern, insgesamt eine Idee zu weichgespült. Was wäre so ein richtiges Rocker-Album ohne die obligatorische Ballade? Natürlich nichts und deshalb haben HOLLYWOOD ROSES „Last Cigarette“ auf den Silberling gepackt. Der Track erreicht zwar nicht die Qualitäten von „November Rain“, ist aber dennoch nett anzuhören. „I Lied“ gíbt wieder mehr Gas und auch „Spoiled“ setzt auf Geschwindigkeit und fette Gitarrenriffs. Das kann „Come Down“ noch toppen, dann werden bei „Suicide (Is Much Too Slow)“ noch mal in bester Sleaze-Manier die Saiten bearbeitet, nur um gleich aufs Piano umzusteigen, auch das kennen wir bereits von GUNS’N’ROSES. „Richer Or Poorer“ kommt aber auch recht ordentlich rüber, auch wenn HOLLYWOOD ROSES das Rad wahrlich nicht neu erfinden.

Wer schon lange auf ein Lebenszeichen der verbliebenden GUNS ’N’ ROSES wartet (angeblich sollen die Studioaufnahmen zu „Chinese Democracy“ seit Februar abgeschlossen sein, mal sehen, ob und wann man mit einer VÖ gerechnet werden kann), sollte sich überlegen, ob er die Zeit nicht mit „Dopesnake“ verkürzt. Ich fürchte, dass ohne Slashs Lead-Gitarre der GNR-Sound eh nicht mehr der alte sein wird und HOLLYWOOD ROSES konnten sich offensichtlich auch bei ihren eigenen Kompositionen nicht von ihren Übervätern lösen und bleiben dadurch ebenfalls auf musikalischer Tuchfühlung, was den GNR-Fans gefallen könnte.

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