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HOLY MOSES - Agony of Death

VN:F [1.9.22_1171]
Artist HOLY MOSES
Title Agony of Death
Label WACKEN RECORDS
Leserbewertung
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9.7/10 (3 Bewertungen)

Irgendwie gehen derzeit so ziemlich alle Metalbands zurück zu ihren Wurzeln und die liegen nun mal in den 80ern. So auch HOLY MOSES auf ihrem 12. Album. Dass man allerdings die Klasse der Meilensteine „Finished with the Dogs“ und „The New Machine of Liechtenstein“ noch mal würde erreichen können, hab selbst ich nicht für möglich gehalten, auch wenn die letzten Alben wahrlich nicht schwach waren!

Nun gut, im Vorfeld war zu hören/ lesen, dass es musikalisch auf genau diese beiden Alben hinauslaufen sollte und so brettert der Opener „Imagination“ auch gleich im technischen Stil von vor 20 Jahren los! Noch geiler allerdings das folgende „Alienation“! Steht den Klassikern der alten Scheiben in nichts nach. Atomic Steiff am Schlagzeug klöppelt wie anno dunnemal rasant alles in Grund und Boden, Sabina Schreibrüllgrowlt wie dem Jungbrunnen entsprungen und Männe Michael Hankel (ex-EROSION, yeah!) transportiert den Classen-Klampfensound von damals perfekt in die Neuzeit. Wohlgemerkt, ohne dass das alles altbacken klingt! Zwischen jedem Song stehen atmosphärische Verbindungsintros, allerdings nur auf dem opulenten Digi-Pack. Die normale CD bietet statt 12 nur 10 Songs und keine Intros. Ich empfehle die volle Version, um dieses Werk in seiner Gesamtheit genießen zu können. Das düstere „World in Darkness“ thrasht vorzüglich, vor allem der Sound (ebenfalls Hankel) weiß zu begeistern.

Bei einem solch ambitionierten Werk dürfen auch große Gästenamen nicht fehlen. So stammen die Keyboards von Ferdy Doernberg (der auch live in Erscheinung tritt), Ralph Santolla und Trevor Peres von OBITUARY zocken auf 3 Tracks famose Soli, dasselbe macht Janos Murri von DARKSIDE/ DEMOLITION auf 2 Songs und bei „Imagination“ zupft Karlos Medina von AGENT STEEL den Bass! Dazu gesellt sich u.a. noch Schmier als Backingbrüller bei „The Cave“. Bei „Pseudohalluzination“ hat man sich mal eben bei den eigenen Riffs bedient (gleiches Intro-/ Chorusriff wie bei „Near Dark“!), aber das werden wohl nur einige alte Säcke erkennen… Ansonsten gibt man auch hier wieder Thrash-Vollgas und das über 8 Minuten! Das verbindende Element ist auf diesem Werk textlich gesehen die Abhandlung des Todeskampfes (eben „Agony of Death“), womit die Verbindungsintros Sinn machen, obwohl es sich um kein Konzeptalbum handelt. „Angels in War“ kommt mal etwas grooviger aus den Puschen, zieht dann aber auch wieder speedig an und das Solo von Trevor passt hervorragend rein. So geil hat die Band seit fast 20 Jahren nicht mehr geklungen! Die Power Metal-Röhre von Henning Basse (METALIUM) passt erstaunlicherweise sehr gut bei „Schizophrenia“ und die eingebaute Klassikandeutung ist ebenfalls töfte gemacht in diesem auf-die-Glocke-Thrasher. Das rasende „Dissociative Disorder“ dürfte sämtliche 80er-Thrasher um die letzten Haarteile bringen, da fühlt sich gar der Rezensent wieder jung! Die morbiden Keys im Hintergrund verfeinern das Ganze nur noch. Kein Wunder, das die letzte Setlist so oldschoolig ausgefallen war. Mit „The Cave (Paramnesia)“ feuert man gleich die nächste Granate ab und lässt den Banger nicht zur Ruhe kommen. Der groovende Refrain ist ganz groß. Dieses Hammeralbum hätte direkt nach „New Machine“ bzw. „World Chaos“ kommen müssen! Was der mit dreieinhalb Minuten kürzeste Track „Delusional Denial“ nur noch mal unterstreicht und das ultraschnelle „The Retreat“ zementiert!

Einziger kleiner Kritikpunkt an dieser ansonsten ausnahmslosen Pflichtscheibe für jeden Thrasher ist das permanente Gerase während der 70 Minuten, es wird kaum einmal der Fuß vom Gaspedal genommen. Was aber durch die Songüberleitungen wieder ein wenig wett gemacht wird und der letzte Track „Through Shattered Minds“ mit seinem langsam groovenden Aufbau ausbügelt. Überraschend bärenstarke Scheibe, die den Klassikern der 80er glatt standhalten kann! Pflichtkauf für alle Thrasher!

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