Band Filter

HOLY MOSES - Queen of Siam (ReRelease)

VN:F [1.9.22_1171]
Artist HOLY MOSES
Title Queen of Siam (ReRelease)
Label ARMAGEDDON MUSIC
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Sabina Classen dürfte zu den bekanntesten Metal-Ikonen weltweit zählen, unabhängig davon, ob man die Mucke nun mag oder nicht. Endlich gibt es von „ihrer“ Band (eigentlich ja 1979 von Mr. Thrashguitar Andy Classen gegründet) auch die oberkultige erste Scheibe „Queen of Siam“ auf CD! Da hat bisher noch nicht mal ein südamerikanischer Hinterwäldler eine Bootleg-Sache von angefertigt, wo doch sonst von denen in den letzten Jahren alle kultigen deutschen Thrash-Scheiben auf CD gezogen wurden (DEATHROW etc.). Musikalisch wie produktionstechnisch hat das natürlich nichts mit heutigen Standards gemeinsam, zum Glück! Denn wie in der deutschen Metal-Aufbruchzeit Anfang bis Mitte der 80er sollte es danach nie wieder werden, diese Zeit ist und bleibt einzigartig. Sowohl musikalisch wie auch Community-technisch. Da wurde noch jede neue laute Combo gierig aufgesogen und beschissenes Schubladendenken gab es nicht, da alle zusammenstanden und für eine Sache eintraten, egal, ob nun Heavy/ Thrash oder Speedmetal. Es durfte auch noch geschlagene 7 Jahre dauern, bis HOLY MOSES 1986 endlich ihr Debüt rausbringen konnten! Solange existieren die meisten Combos heutzutage nicht mal…

Diese liebevoll aufgemachte CD mit allen Songtexten und etlichen oberkultigen Fotos aus den Anfangstagen müssen natürlich alle Thrasher im Schrank stehen haben. Zudem gibt es noch als Bonus das berüchtigte „Walpurgisnight“-Demo von 1985. Braucht man sein verstaubtes Tape nicht mehr aus dem Schrank kramen für eine kleine Zeitreise. Mit „Death Bells“ und „Heavy Metal“ gibt es sogar 2 Tracks, die später auf der Platte nicht erschienen. Auch fein ist der in den Hintergrund gelegte Ausschnitt aus dem Metal Hammer-Soundcheck, wo die Scheibe seinerzeit einen grandiosen letzten Platz mit einem Punkteschnitt von 1,4 belegte! Allerdings belegten damals auch die erste BONFIRE, die PILEDRIVER-Granate „Stay Ugly“, RAZORs „Malicious Intent“ oder auch EXORCIST und SACRIFICE mit ihren Klassikern nur einen unwesentlich besseren Platz. Was nur zeigt, was für Vollpfosten damals (wie heute) bei denen in der Redaktion saßen! Da zu jener Zeit noch nicht 1528 verschiedene Stilrichtungen existierten, kupferten HOLY MOSES halt bei den wenigen Vorbildern ab, die es gab: ACCEPT/ MOTÖRHEAD/ VENOM! Störte damals halt nur niemanden, Hauptsache METAL. Unvergleichlich und unerreicht natürlich Sabinas abartiges Gekreische, obwohl die Dame ja nach wie vor eine ganz normale Stimme hat, wenn man sich so mit ihr unterhält.

Songs, wie der rasante Opener „Necropolis“ oder das groovende „Don’t Mess around with the Bitch“ (mit apokalyptischem Gegröle von Sabina) zeigten trotz ihres rohen Sounds schon auf, warum diese Band mit den beiden nachfolgenden Alben „Finished with the Dogs“ und „The New Machine of Lichtenstein“ absolute Referenzwerke erschaffen sollte. Vor allem die geile Rhythmus-Gitarre von Andy ist nach wie vor unverkennbar. Während der Titeltrack zu Beginn schön an IRON MAIDEN angelehnt ist, kann ein Titel wie „Roadcrew“ natürlich nur MOTÖRLEMMY gewidmet sein! Passenderweise singt Andy wie der Meister höchstselbst, und der Text ist witzigerweise in Lemmy-englisch abgedruckt (z.B. “its vor de Routkru wi rack al ouwer ju“…HAHA). „Walpurgisnight“ ist auf der Platte plötzlich nur noch halb so lang wie auf dem Demo, klingt aber immer noch schwer nach LIVING DEATH! Bei „Dear little Friend“ haben wir dann einen ACCEPT-Song, anstatt der hohen UDO-Vocals halt nur Sabinas tiefere. Hätte ansonsten auch 1982 auf „Restless and Wild“ stehen können!

Insgesamt 70 Minuten Musikhistorie liegen hier vor, zudem noch zu moderaten Preisen um die 10 Öros! Gehört in jede verdammte Metal-Sammlung!!!

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

HOLY MOSES - Weitere Rezensionen

Mehr zu HOLY MOSES