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HORNA - Sanojesi Äärelle

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Artist HORNA
Title Sanojesi Äärelle
Homepage HORNA
Label DEBEMUR MORTI
Leserbewertung
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Eins vorweg: Ideologisch scheint bei HORNA wohl etwas Ruhe eingekehrt zu sein. Nach einigen dümmlichen Statements, die mir total unüberlegt und eher dem Ziel, Aufsehen zu erregen, geschuldet gewesen zu sein scheinen, ist man seit einiger Zeit zurückgerudert. Nunmehr distanziert man sich auf der eigenen Homepage mit einigem verbalen Brimborium davon, eine politische oder gar vermeintliche NS Band zu sein und führt dazu recht wenig geistreich noch aus: „We Hate You All Equally… Destroy Human Life”. Mit zunehmender Professionalität und nach einigen Besetzungswechseln haben die Musiker vermutlich bemerkt, dass ein derartiges Image nicht gerade förderlich ist, um die eigene musikalische Qualität zu promoten. Da es nun mal einige gelinde gesagt etwas unglückliche Verknüpfungen gab, muss sich letztlich jeder selbst überlegen, ob man den Jungs dies abnehmen soll. In die Hinterstübchen kann ja niemand schauen und abgesehen davon: die finnischen Texte (die keinen politischen Bezug haben sollen) versteht auch niemand. Zur Klarstellung daher noch, dass etwaige antisemitische oder rassistische Inhalte jeglicher Art vom Terrorverlag mit dieser Rezension nicht unterstützt werden (sollen) und wir uns im Nachfolgenden davon losgelöst nur mit den musikalischen Auswüchsen beschäftigen wollen.

Diese begegnen uns diesmal auf gleich zwei Tonträgern („one to worship the satanic darkness and one to praise the Luciferian light”), auf denen man sofort merkt, dass es sich bei HORNA bereits um Veteranen handelt, die einfach wissen, wie man Black Metal in ein rohes, genre-typisches Soundgewand kleidet. Auf Teil 1 verbreiten sägende Gitarren Todesmelodien, bollernde Drums bilden einen Gegenpol zu den klirrenden, manchmal monotonen Riffs und Fronter Corvus präsentiert sich mit seinen alles einnehmenden, unmenschlichen Vocals als wahrer Hassbolzen. Die zehn Songs selbst tendieren mit diversen Tempowechseln von Raserei über gelegentliche thrashige Momente bis hin zu einigen schleppenden Parts. Es muss also nicht nur die Abteilung Attacke sein, Präzision ist stattdessen gefragt. „Orjaroihu“ etwa ist ein gelungenes Beispiel für bösartigen, wilden Black Metal in Reinkultur. Daneben schwingt sich auch eine Coverversion zu einem der besten Stücke auf: „Wikinger“ stammt im Original von einer EP der deutschen Band PEST (nicht die heutigen PEST, sondern Ex-NORDLYS, später DIE PEST und jetzt SCHWARZE WUT) und bietet coolen Mittneunziger Black.

CD 2 wartet darüber hinaus noch mit vier, teils überlangen Tracks auf (von denen mir drei auf der Promo aus produktionstechnischen Gründen allerdings nur in gekürzter Form vorliegen), die sich klanglich zunächst mal ganz anders aus den Boxen quälen. Der Gitarrensound ist hier deutlich kratziger und auch in musikalischer Hinsicht ist weniger Aggression, dafür mehr Eintönigkeit zu konstatieren. Zeitweise erinnern die Songs so an das frühere Schaffen von BURZUM und sind vermutlich bestens geeignet, um dadurch hypnotisiert durch die finnische Isolation zu schreiten.

Insgesamt ist „Sanojesi Äärelle“ im gegebenen Rahmen recht gut gemacht, aber auch nicht übermäßig spektakulär. HORNA stellen mit diesem soliden Werk den Black Metal sicher nicht auf den Kopf, sondern liefern das Optimum, was von ihnen erwartet werden kann. Inhaltlich unbefangene Anhänger der grimmigen, dreckigen BM Variante können hier daher zugreifen, der Rest wird sich ohnehin angewidert abwenden.

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