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HOT CHIP - Made In The Dark

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Artist HOT CHIP
Title Made In The Dark
Homepage HOT CHIP
Label EMI
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Bereits seit Beginn des Jahrtausends existieren HOT CHIP aus London, die heuer mit ihrem dritten Album „Made In The Dark“ für Furore sorgen. Kern der Combo sind die beiden Schulfreunde Alexis Taylor und Joe Goddard, die schon früh gemeinsame musikalische Vorlieben erkannten und sich mit billigen Synthesizern, Gitarren und Percussioninstrumenten zu Hause an ersten Aufnahmen versuchten. Owen Clarke, ein weiterer Mitschüler, stieß kurze Zeit später zu dem Duo und beeindruckte mit seinem konzentrierten Stil sowie hinterhältigen musikalischen Experimenten. Das Endprodukt dieser Ära war 2004 der erste komplette HOT CHIP-Longplayer ‚Coming On Strong“. Zwei Jahre später erschien „The Warning“, das gemeinsam mit den neuen Bandmembern Al Doyle und Felix Martin und weiterhin daheim und ohne professionelle Studios aufgenommen wurde. Es erreichte Platz 34 der UK Album Charts, die Single „Over and Over“ kletterte bis auf Position 32 und wurde vom New Musical Express als beste Single des Jahres 2006 ausgezeichnet . Die Langrille wurde zudem für den Mercury Music Prize nominiert und als „Mixmag Album Of The Year 2006“ ausgezeichnet.

Auch „Made In The Dark“ wurde weitestgehend zuhause eingespielt und von HOT CHIP selbst produziert, diesmal ist der Sound jedoch härter ausgefallen, wobei gleichzeitig auch noch nie so viele Balladen vertreten waren. Den Opener „Out At The Pictures“ hat der Fünfer übrigens ebenso wie „Hold On“ live und in einem Rutsch eingespielt. Während Erstgenannter eher die rockige HOT CHIP-Seite repräsentiert, überwiegen bei Letzterem die elektrifizierten Anteile. Derweil wird der härter gewordene Sound nirgendwo offenkundiger als in der TODD RUNGDEN-Sampling-Hymne „Shake The Fist“, die für großes Aufsehen sorgte, als sie zu Beginn des Jahres als limitierte 12“ erschien. „Ready For The Floor“ (einer meiner persönlichen Favoriten) und „One Pure Thought“ ergänzen die Mischung durch reinen, unverfälschten Headrush-Pop. Rhythmisches Chaos offerieren hingegen Songs wie „Bendable Poseable“, während „We’re Looking For A Lot of Love“ oder auch der Titeltrack „Made In the Dark” zu den ruhigen Vertretern zählen. Kühlen Gleichmut verströmt „Touch Too Much“, während „Wrestlers“ und „Don’t Dance“ mit vertrackten Klangtüfteleien spielen. Zum Ende hin offenbaren die Herren mit „Whistle For Will“ ihre Liebe für den Soul, hier betont langsam und mit elektronischen Versatzstücken vorgetragen. Krönender Abschluss ist die Schmusenummer „In The Privacy of Our Love”, bei der Alexis’ Stimme so sanft und schön wie eh und je klingt und mit engelsgleicher Sinnlichkeit die Liebe beschwört.

Durch das gesamte Album hindurch ziehen sich Reminiszenzen an frühere Songs und Stilrichtungen, Schritte nach vorn, nach hinten und zur Seite. Clarkes typische Gitarren- und Keyboard-Riffs, Doyles hochkalibriges musikalisches Können und Martins Programmierfähigkeiten haben sich mit dem erstaunlichen Talent von Goddard und Taylor auf eine Art zusammengetan, welche die neuen Songs sogar noch treibender, rhythmischer, methodischer, schiefer, intimer und schöner als je zuvor gelingen lassen. Ein interessanter Mix aus Rock, Garage, Disco, Techno, R&B und Hip Hop, zuckrigen Liebesballaden und trickreichen Clubtunes.

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