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HUBERT KAH - Seelentaucher

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Artist HUBERT KAH
Title Seelentaucher
Homepage HUBERT KAH
Label DA MUSIC
Leserbewertung
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6.0/10 (5 Bewertungen)

HUBERT KEMMLER ist wieder da! Der Mann, der zur absoluten Speerspitze der „angepassten“ Neuen Deutschen Welle in den 80ern zählte, und dessen Hits noch heute jede müde Party in Gang bringen. Der dabei half, die gute SANDRA nach vorne zu bringen, die er zudem mit Backings unterstützte. 1996 gab er sein letztes musikalisches Lebenszeichen von sich, und schon das hatte nichts mehr mit seinen Anfängen zu tun (es war aber auf seine Weise sehr gelungen!). Im Jahre 2005 ist er wieder bereit, sich der Welt zu öffnen, mit 14 Kompositionen im Gepäck, die man vielsagend als „recht merkwürdig“ bezeichnen kann.

Zunächst mal muss man konstatieren, dass die edel verpackte Scheibe sehr uneinheitlich wirkt. Da stehen die ersten 4 englischen Tracks den 10 nachfolgenden deutschen monolithisch entgegen. Da sind 4 „alte“ Stücke in neuen Versionen enthalten, vielleicht um die neuen Kompositionen etwas aufzupeppen? Da sind so viele Produzenten am Werk und so viele Stilrichtungen enthalten, dass der rote Faden doch beizeiten verloren geht. Ein wenig typisch für das Label DA Music, die mit PETER SCHILLING eine ähnliche VÖ-Politik betrieben haben. Aber natürlich zählt letztlich die Qualität, mag die Scheibe auch etwas wirr ausfallen.

Die aktuelle Single „No Rain“ wurde von dem Produzententeam BLANK & JONES arrangiert und kann am ehesten als moderner Synthie Pop beschrieben werden. Ein schöner Refrain und Huberts teilweise gar an SIGUR ROS erinnernde Stimme überzeugen. Mit „Psycho Radio“ folgt ein etwas glatter aber ordentlicher Euro Dance Hit, hier arbeitete er mit WARP ACHT zusammen. „Lifeline“ ist ein sperriger, ruhiger Song mit Akustikgitarren, bevor mit „Military Drums“ 2005 ein diskutabler Remix des wunderbaren Klassikers folgt. Ebenso altbekannt sind „Lass mich träumen 2005“, „Willkommen im Leben“ als modifizierte Fassung von „C’est la vie“ sowie „Wenn der Mond die Sonne berührt“. Letzteres live und mit weiblichen Vocals aufgenommen. Mit der entsprechenden Dame trat der sehr hochstirnige Herr K. kürzlich auch schon live im Fernsehen auf. Der Song ist und bleibt eine wunderschöne Liebeserklärung! In die Schublade „seltsam“ kann man sicher „Raketen“ packen, mit den unverständlichen Texten und einem Refrain, der klar bei JOE COCKERs „You can leave your head on“ abgeschaut wurde. Das operettige „Fels in der Brandung“ und die sehr schmalzige Piano Ballade „Ich bleib bei dir“ dürften ebenfalls die Meinungen teilen. Richtig übel finde ich die Lyrics zu „Alles klingt“, teilweise wirklich auf niedrigstem Niveau getextet, wobei der Song an sich gar nicht mal so schlecht ist. Positiv möchte ich auch noch das stimmungsvolle „Sekunden“ hervorheben.

Also eine Scheibe ohne roten Faden, mit einigen Experimenten, einigen Ausfällen und vielen schönen Momenten. So richtig warm werde ich mit dem „Seelentaucher“ nicht, da Anspruch und Verwirklichung etwas getrennte Wege gehen. Huberts Stimme bleibt natürlich das Trumpf As und er ist grundsympathisch, aber hier sollte man wirklich vorher Probe hören, gerade wenn man nur die 80er Hits im Ohr hat!

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