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HUGH LAURIE - Didn’t It Rain

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Artist HUGH LAURIE
Title Didn’t It Rain
Homepage HUGH LAURIE
Label WARNER MUSIC
Leserbewertung
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5.5/10 (6 Bewertungen)

Fans von Dr. House wissen es schon lange, andere erfahren es jetzt: Der britische Schauspieler HUGH LAURIE ist ein begnadeter Blues-Musiker und -Sänger. Mit „Didn’t It Rain“ flatterte mir jetzt ein äußerst kraftvolles und interessantes Album auf den Plattenteller. Er und seine Musiker/ Gefährten präsentierten einen faszinierenden Genre-Mix auf der Basis von Blues. So Treffen Tango auf Dixieland genauso wie Rock auf Jazz. Und dennoch lassen sich alle Lieder auch auf den Blues reduzieren. Gastmusiker wie TAJ MAHAL oder GABY MORENO kommen zu Wort, sowohl als Lead- als auch als Backgroundstimmen. In typischer Bluesmanier werden die Instrumente ausgereizt und haben sehr oft Gelegenheit, ihr Eigenleben vorzuführen, egal, ob es sich dabei um Klarinette, Saxofon, Piano oder Trompete handelt. Wer Krimis der schwarzen Serie mit Humphrey Bogart liebt, auf Privatdetektive wie Philipp Marlow und Mike Hammer steht, der mag sich mit der Musik dieses Albums in das kriminelle Amerika der 20er und 30er Jahre des letzten Jahrhunderts versetzt fühlen.

„The St. Louis Blues“ startet sehr filigran und leise, um dann mit viel instrumenteller Power in die bekannten Takte einzufallen. Eine ansprechende Version des beinah als Traditional geltenden Blues des angloamerikanischen Musikers und Komponisten W. C. Handy aus dem Jahre 1900. Der für mich beste Song ist zweifelsohne der Tango „Kiss of Fire“, den LAURIE im Duett mit Gaby Moreno vorträgt. Ein Kaffeehaustitel, der spanisch beginnt (Gaby), englisch fortgeführt (Hugh) und in einem sprachlichen Mix endet. Gastmusiker TAJ MAHAL mit seiner typisch, schwarzen Bluesstimme dominiert den „Vicksburg Blues“ und bringt einen Rhythmus ins Blut, bei dem es sich nicht mehr gut sitzen lässt. Verrucht und verraucht sinken wir in die Tiefen einer Opiumhöhle hinab, trinken einen Whiskey mit Lucky Luciano, sagen „Hello“ zu Al Capone, sobald wir „The Weed Smoker‘s Dream“ im Ohr haben. „Wild Honey“ ist der am meisten aus dem Rock’n’Roll entlehnten Song, der aus der musikalischen Feder von Mac Rebenneck und Bobby Charles (u. a. auch „See You later, Aligator“) stammt. Mit der Aufforderung „Send Me To The ‘Lectric Chair“ wird eine Hymne auf das Leben angestimmt. „Evenin‘“, bekannt durch COUNT BASIE in einer swingenden Version, kommt in rauer Form mit kräftigen Takten daher. „Didn’t It Rain“ schnell. „Careless Love“ zupft wie ein Schlaflied an den sanften Saiten und ist dem Country und Gospel entnommen, wurde tausend Mal von tausend Musikern interpretiert. Die Mundharmonika trägt weite Strecken in unvergesslicher Güte. Ursprünglich für ein Musical mit Fred Astaire gemacht lässt „One For My Baby” sehr gut mit den Finger schnippen. In die hintersten Ecken von Chicago scheint uns „I Hate A Man Like You” zu bringen, bei dem das Piano den powervollen Gesang von Jean McClain unterstreicht. Zur Melodie des traditionellen Gospels „What A Friend We Have In Jesus“ wurde ein seinerzeit von Alan Price ein neuer Text gemacht und so wurde daraus der Song „Changes”. Ein Hauch von Wild West und Dixieland, kein Wunder bei der Bekanntheit dieser Melodie, wird mit langsamen als auch seinen schnellen Sequenzen präsentiert.
Einen Bonus gibt es für die Freunde von MP3-Alben. In dieser Fassung enthält das Album im Vergleich zur CD-Version zusätzlich den JOE-COCKER-Titel „Unchain My Heart“ mit ebensolch kräftigen Rhythmen wie das Original.

Blues vom Feinsten, und so viel sei gesagt: Dr. House ist kein singender Schauspieler, der mal eben auch noch eine Platte macht. Er hat eine zweite Karriere neben der Schauspielerei, die er mit mindestens genauso viel Professionalität ausübt und in der er sehr erfolgreich ist. Reinhören lohnt sich!

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