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HUNGRY LUCY - To Kill A King

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Artist HUNGRY LUCY
Title To Kill A King
Homepage HUNGRY LUCY
Label ALFA MATRIX
Leserbewertung
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Eigentlich habe ich das belgische Label Alfa Matrix eher für einen Pool der härteren synthetischen Gangart gehalten. Fehler meinerseits, so einseitig scheint es in Brüssel nicht zuzugehen, wie mir das neue Album von HUNGRY LUCY beweist. Das amerikanische Duo, bestehend aus War-N und Christa Belle, macht nämlich nach eigenen Aussagen „Trip-Pop“, ist also eher in sanfteren Gefilden angesiedelt. Der nunmehr dritte Longplayer trägt den Namen „To Kill A King“, ist ein Konzeptalbum über Unterdrückung und Siege und schleicht sich auf leisen Pfoten in die Gehörgänge.

Dreizehn schimmernde Songperlen und einige Remixe sind auf dem Silberling versammelt. Christa Belles helle und sanfte Stimme ist ein Ohrenschmeichler schlechthin, egal ob bei einem poppigen und fast schon VIVA-tauglichen „Rainfall“ (wo auch schon mal die Akustikgitarre ausgepackt) wird oder beim mystisch-trippigen „You Are“. Ein Teil der Songs sind pianolastige Balladen oder einfach Lowtempo-Popstücke, perfekt für den beschaulichen Abend auf dem Sofa mit gepflegter Melancholie. Doch ab und zu geht es auch ausgefallener zu, eben wie bei „You Are“, welches mit Dancerhythmen liebäugelt, oder auch „Can You Hear Me?“, das durch Marimbaklänge und männliche Gastvocals einen exotischen Anstrich bekommt. Der Titeltrack „To Kill A King“ ist ein echter Ohwurm, und zeigt, dass Chartstauglichkeit und Qualität sich nicht ausschließen müssen. Bittersüß und leichtfüßig kommt der Tiefgang daher, bescheiden und leichtverdaulich. Das etwas bombastischere „My Beloved“ rundet mit Chorpassagen den regulären Teil des Albums ab und könnte sich ob seiner Besinnlichkeit glatt zum Weihnachtslied 2004 mausern.

Der Bonusteil umfasst in der Euro-Version des Albums drei Remixe, allesamt elektronischer als das Ausgangsmaterial. „You Are“ wurde von den Synthpoppern NULL DEVICE synthetisch aufgemotzt und wird mit Sitar-, Violinen- und Congaklängen ein orientalisches Tanzgewand gehüllt. DAYBEHAVIOR nahmen sich „Can You Hear Me?“ an und machten daraus einen chilligen Absacker und die Labelkollegen AGONISED BY LOVE verwandelten „To Kill A King“ in eine synthiepoppige Eurodance-Nummer, was nicht einmal negativ gemeint ist! Warum HUNGRY LUCY sich im Independentsektor herumtreiben, wird mir zwar immer schleierhafter, die Mainstreamtauglichkeit ihres Materials ändert aber nichts an dessen Qualität.
In diesem Sinne ist mein Fazit schon in den Songlyrics enthalten, und zwar bei „Rainfall“: „May you be eternally beautiful – the way you are to me.“

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