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I AM ABOMINATION - To Our Forefathers

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Artist I AM ABOMINATION
Title To Our Forefathers
Homepage I AM ABOMINATION
Label GOOD FIGHT MUSIC
Leserbewertung
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Welch skurriler Name für eine Band, welch bezeichnender Albumtitel… die selbsternannte Abscheulichkeit appelliert sehr harsch an ihre Vorväter. Dabei sind I AM ABOMINATION nicht mal die pubertären Raudis, die strunzbesoffen und ganz ungeniert auf die amerikanische Flagge pinkeln, für die man sie jetzt halten mag. Die sechs Jungs aus Michigan spielen gar ganz adretten Emo-/ Metalcore mit einer stark progressiven Kante, die hauptsächlich von den drei Gitarren ausgeht.

Als anständig geht vor allem der Gesang durch, denn – aufgepasst! – Fronter Phil Druyor SINGT tatsächlich und das ganz ohne Shouts (die Brüllvocals bei „Rock N’ No Soul“ stammen vom WE CAME AS ROMANS-Shouter Dave). Das kann doch wohl kaum diesem aggressiven Genre gerecht werden… doch wenn man die dominierenden sowie über jeden Zweifel erhaben gespielten Soli und Melodien der Saitenfraktion in Betracht zieht, decken sich beide Faktoren ungemein, so dass zuvorderst die Harmonie eine tragende Rolle erhält. Spätestens wenn man beiläufig anfängt, die Melodien der Songs nachzubrummen, sollte man dem zustimmen können. Das passiert schneller als erwartet, wenn man sich erst einmal die überaus eingängigen Hooklines von „Since 1776“, „Thoughtcrime Is Death“ (stark SILVERSTEINig!) oder dem total überfetten „The Deceiver“ reinzieht. Selbst wenn der Phil auch mal ein wenig zu weit in Kitsch und Pop-Pathos ausbricht, sein Gesang passt problemlos in die Kompositionen. Erstgenannte Faktoren halten sich zudem mit den Post Brettcore-Phasen in der Waage, die zusätzlich mit häufig verwendeten Synthesizer-Sounds kombiniert werden. Vereinzelt findet man sich in abgetrancten Klängen wieder („Element 151“), meist aber doch in eher seichten Soundcollagen. Nicht zuletzt erinnert das, trotz durchgängigem Clean-Gesang, an THE DEVIL WEARS PRADA („Greetings From Easter Island“) und andere Bands der Stunde. Gutes Stichwort: produziert wurde „To Our Forefathers“ von Joey Sturgis, der auch den Pradateufel-Überflieger „With Roots Above And Branches Below“ veredelte. Demnach ist auch bei dieser Platte ein tighter Sound Programm.

Insgesamt ein buntes und interessantes Debüt legen I AM ABOMINATION hier vor. Gerade durch die rein cleanen Vocals können sie eine feine, aber dennoch eigene Note kreieren, wenngleich sie damit stark zur Pop-Ecke tendieren. Aber es sollten auch – oder gerade – Freunde des vertrackten Post Hardcore-Sounds reinhören, die verpassen sonst einen extrem überzeugenden Longplayer. Thomas Jefferson mag sich jetzt beleidigt im Grabe wälzen, doch heute trinken wir auch I AM ABOMINATION. Cheers!

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