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ICE AGES - Buried Silence

VN:F [1.9.22_1171]
Artist ICE AGES
Title Buried Silence
Homepage ICE AGES
Label NAPALM RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.3/10 (3 Bewertungen)

Was in meiner Rezension zum jüngsten HOLLENTHON Album einleitend geschrieben steht, ließe sich prinzipiell auch auf deren Nachbarprojekt ICE AGES beziehen. Allerdings mit dem kleinen Unterschied, dass die Fußball-EM ja inzwischen bekanntlich Geschichte ist und dass Richard Lederer, der Soundtüftler hinter ICE AGES, nicht bloß sieben, sondern sogar ganze acht Jahre lang auf neues Material hat warten lassen. Das gilt jedenfalls dann, wenn man die in der Zwischenzeit veröffentlichten Scheiben seiner weiteren Betätigungsfelder SUMMONING und DIE VERBANNTEN KINDER EVAS einmal unberücksichtigt lässt. Wer sich aber ein wenig mit den drei Bands beschäftigt, wird schnell feststellen, dass der eigene, spezielle Soundkosmos des Herrn Lederer all seine Wirkungskreise durchzieht und seine Handschrift sich bis zu einem gewissen Maße dort stets heraushören lässt. Während dies bei DVKE eingebunden in eher orchestrale Kompositionen geschieht und SUMMONING den epischen Black Metal abdeckt, wird mit ICE AGES in düsteren Gefilden gewildert.

Ähnlich wie auf dem letzten Album „This killing emptiness“ dominieren kalte und klinische elektronische Klangwelten mit dem Focus auf industrieller, mechanischer Rhythmik sowie Atmosphäre. Im Gegensatz zu reinem Industrial schimmern hier aber eher Dark Wave Einflüsse und weniger lärmige Strukturen durch. Die neun Songs (plus Intro) weisen eine starke dynamische Komponente auf und bieten eine Vielzahl in den Klangteppich eingewebter, etwas schwerfälliger Melodien. Im Vergleich zum Vorgänger konnte das Soundspektrum dabei nicht zuletzt durch eine neue Synthesizer-Software noch intensiviert werden und füllt den ihm eingeräumtem Platz streckenweise mit Bombast. Beim Tempo geht es zwar eher gemächlich zu, dennoch sind Stücke wie „Regret“ oder „Icarus“ nicht minder eindringlich. Dafür sorgen auch Richards verzerrte Vocals, die im Refrain von „Enemy inside“ auch wiederum gut zu SUMMONING gepasst hätten.

Wenn man zeitweise auch mit etwas Gleichförmigkeit leben muss, so zehren doch viele Lieder von kleineren Details. Insgesamt kann man dem Österreicher daher bescheinigen, ein durchdachtes Werk abgeliefert zu haben und den Erwartungen seiner Fans durchaus gerecht geworden zu sein. Inwieweit diese allerdings schon jetzt zur sommerlichen Jahreszeit mit den Kompositionen so richtig „warm werden“ oder ob man mit dem Release noch weiter bis zum Herbst hätte warten sollen, bleibt jedem im Selbsttest überlassen…

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