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ICED EARTH - Dystopia

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Artist ICED EARTH
Title Dystopia
Homepage ICED EARTH
Label CENTURY MEDIA
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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9.1/10 (404 Bewertungen)

Ich will ganz ehrlich sein: Nach dem erneuten Ausstieg Matt Barlows habe ich den Glauben an eine meiner Lieblingsbands verloren. Erste Internetgesangsproben Stu Blocks (bekannt von den Kanadiern INTO ETERNITY) auf YouTube ließen befürchten, dass Mastermind Schaffer einen zweiten Ripper Owens engagiert hätte, der technisch zwar über jeden Zweifel erhaben war, aber mit seiner Stimme nie die für ICED EARTH typische melancholische Atmosphäre erzeugen könnte. Darüber hinaus galt es drei aufeinanderfolgende Alben mit drei verschiedenen Frontmännern zu verdauen, was auch dem treuesten Anhänger schwergefallen sein dürfte, denn zeitweise war das Gesicht des Bandmaskottchens „Set Abominae“ neben dem des Masterminds die einzige Konstante. Der Konzeptalbendoppelschlag der “Something Wicked“-Saga war erschwerenderweise ziemlich progressiv und nicht immer packend ausgefallen. Seien wir ehrlich – selbst Matt Barlow konnte mit seiner kurzen triumphalen Rückkehr den zweiten Teil insgesamt nicht über das Prädikat „hörbar“ hieven.

Ein weiteres Album dieser Güteklasse zusammen mit einem erneuten Sängerwechsel hätte sicher nicht nur für mich irgendwann das Aus einer der besten Metalbands bedeutet. Und genau hier hat Jon Schaffer mit einem dicken Stinkefinger gegen alle Zweifler und Kritiker alles richtig gemacht: „Dystopia“, inspiriert durch düstere Visionen aus Zukunftsfilmen wie „Jahr 2022… die überleben wollen“ und „V für Vendetta“, kommt nicht nur mit einem kurzen, knackigen Albumtitel daher, sondern wartet mit Songs auf, die zum Besten zählen, was der Chef seit „Dark Saga“ und dem Nachfolger „Something Wicked This Way Comes“ zu Wege gebracht hat. Angefangen vom geilen Opener und Titeltrack, bei dem Neusänger Stu Block zwischen rauen, tiefen Vocals und akzentuiert eingesetzten hohen Screams den Bogen zwischen Barlow und Ripper Owens spannt, über das geniale „Anthem“, das mich emotional derart an den Eiern gepackt hat, dass ich spätestens beim Chorus vor Glück feuchte Augen gekriegt habe, „Anguish of Youth“, das an den Bandklassiker „The Hunter“ erinnert, bis zum Oberkracher „Dark City“, der es mir erstmals seit langer Zeit schwermachte, nicht spontan moshend durch die Wohnung zu springen. Zwischen hart metallisch riffend oder hymnisch getragen, bedienen ICED EARTH alle Soundfacetten, die sie in der Vergangenheit so groß gemacht haben. Sei es das Schaffer´sche Präzisions- Riffing, ausgefeilten Doppelleads oder eben ein Sänger, der allerhöchstens in den ganz ruhigen Momenten vom warmen Klangbild des Vorgängers abweicht.

Bei allem Respekt gegenüber Matt Barlow, den ich nach wie vor für den besten Metal-Sänger alive halte, ist spätestens jetzt klar, wer für jeden einzelnen Ton und die genialen Gesangslinien verantwortlich ist und war. Daher gelingt es Jon Schaffer mit Neuzugang Stu Block an seiner Seite vom ersten bis zum letzten Moment uneingeschränkt, das alte Feuer wieder zu entfachen. Dieses Album knüpft nahtlos an die Bandklassiker an, besticht durch eine Trefferquote, wie sie höher kaum möglich ist und wer an diesem Glanzstück noch irgendetwas zu mäkeln hat, dem ist nicht mehr zu helfen. Bleibt zu hoffen, dass sich Sangestalent Stu lange genug in der Band hält, um unter den Fittichen des Meisters ebenso zu reifen, wie es einst der in Wackenehren verabschiedete Ex-Megamattenschwinger tat. Good-Bye Matt – Es war schön! Welcome Stu – Alles geht!

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