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ICH WOLLTE, ICH KÖNNTE - In Memoriam

VN:F [1.9.22_1171]
Artist ICH WOLLTE, ICH KÖNNTE
Title In Memoriam
Label TREUE UM TREUE
Leserbewertung
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8.3/10 (3 Bewertungen)

Hinter dem etwas sperrigen Projektnamen verbirgt sich das Nebenprojekt von WERMUTs Laszlo und Sofia, um das sich allerlei Legenden ranken. So sollen die Instrumentalkompositionen einer gewissen Johanna Liebhart Ausgangspunkt der musikalischen Reise gewesen sein. Johanna Liebhart? Eine obskure New Wave Künstlerin, die nach dem Wahlspruch lebt(e) „Verbrenne was Du liebst, liebe was Du verbrennst.“ Sie war die doppelt so alte Liebhaberin von TACITURNE, Gigabrother-Anhängern sicherlich bestens bekannt. Doch andernorts wird gemunkelt, dass es sich bei der Lady „lediglich“ um das weibliche Alter Ego TACITURNEs gehandelt haben soll. Das alles bringt uns bei der journalistischen Aufarbeitung des IWIK-Debüts zwar nicht sonderlich weiter, zeigt aber, wie amüsant und selbstironisch der Treue um Treue-Verlag seine eigenen kleinen Fabeln spinnt.

Das schwarze Vinyl, limitiert auf 303 Kopien, beherbergt 9 wunderbare Miniaturen in bester WERMUT-Tradition, wenn man deren nicht-elektronische Seiten außer Acht lässt. Der Opener „Conscious Ruins“ perlt wie Regen in einer Nacht voller Einsamkeit, weh(r)mütig klagender Gesang über den Verlust der eigenen Identität lässt wohlige Schauer über des Hörers Rücken gleiten. „Pattern I“ verabreicht uns weitere Synthetik-Tropfen in Moll, wunderschön schlicht und reduziert arrangiert, mit „Me 110“ folgt darauf ein reiner Piano-Track. Die Quasi Bandhymne „IWIK“ begeistert mit eindringlichem Sprechgesang und Wortfetzen wie „Ich wollte, ich könnte, für Kriegsverbrechen hängen“ – Ton gewordene Absolution. Noch schöner in meinen Ohren der Startschuss der B-Seite „Vagues de Silence“, der sehr stark an die besten „Anna“-Stücke erinnert, nicht zuletzt durch den eigenwilligen Gitarrenklang.

Ein weiterer Mosaikbaustein in der rätselhaft eindringlichen Welt des umtriebigen Kreativduos voller Anmut und Verve. Ein gewisses französisches Flair umrahmt von Minimal Electro und Cold Wave Einflüssen sorgt für ein melancholisches Mitternachtsmahl der Extraklasse!

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