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ICON OF COIL - Machines Are Us

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Artist ICON OF COIL
Title Machines Are Us
Homepage ICON OF COIL
Label OUT OF LINE
Leserbewertung
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9.3/10 (3 Bewertungen)

Erstens: ICON OF COIL stehen kurz vor dem großen Durchbruch. Zweitens: Sie sind mit ihrem dritten Album nicht in die „berüchtigte“ Future Pop-Falle gelaufen. Stattdessen bietet „Machines Are Us“ einen Streifzug durch viele Facetten moderner Elektronik-Kunst. Schon auf dem Birthquake-Festival in Duisburg gab man ein paar Stücke zum besten, die den Mund wässrig machten auf den kompletten Release. Erstaunlicherweise befinden sich diese Songs allesamt weit hinten auf der über 70 Minuten währenden CD, wie die DAC-erprobte Vorabsingle „Android“ oder den aggressiven Knaller „Pursuit“.

Die Scheibe beschäftigt sich thematisch mit dem Verhältnis „Mensch – Maschine“ und springt damit in gängiges Matrix-Fahrwasser, da ist die Musik schon interessanter. Nach einem relativ beliebigen Opener überrascht „consumer“ mit einem Mix aus Trance-Elementen und fast KRAFTWERK-artigen Passagen. „shelter“ hingegen erinnert im Refrain stark an COVENANTs „Figurehead“, während die Strophen einen latenten 80er Touch besitzen, der sich im Verlaufe des Albums noch öfter bemerkbar macht. So auch bei „mono:overload?“, welches eine starke Betonung auf LaPleguas stimmliche Melodieführung legt. Im Gegensatz zu manch anderen Elektroformationen wird bei den Norwegern auch mal der „Pop-Song“ über den Beat gestellt. Aber keine Angst, auch die Tanzflächenfraktion kommt nicht zu kurz, Stücke wie „existence in Progress“, „transfer: complete“ oder „dead enough for life“ gemahnen dann wahlweise an VNV NATION, ASSEMBLAGE 23 oder die fast technoiden AMDUSCIA aus dem gleichen Stall. Man war beim Songwriting und der Anordnung der Tracks auf der Scheibe nur so clever, zwischen den verschiedenen Stilen zu wechseln, so kommt niemals Langeweile auf. Das alles überragende „pursuit“ kurz vor Toresschluss bringt dann mit seinen PRODIGY-mässigen Beats und dem sich immer aggressiver gebenden Refrain (eigentlich nur ein Schrei) endgültig die Tanzbeine zum kochen, bevor die Norweger sich leicht experimentell verabschieden.

Man hat (fast) alles richtig gemacht und legt somit eine sehr gut funktionierende Elektro-Scheibe für Hirn und Herz vor, die zudem gut und mit den teilweise „echten“ Drums auch organisch produziert ist. Neben den vielen Nebenprojekten von Komor und LaPlegua scheint man sich doch genügend Zeit für die Stammband genommen zu haben, die in diesem Sommer ausgiebig auf Festivals und Einzelgigs zu erleben sein wird. Diese Maschinen sind keine Feinde des Menschen…

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