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IGORRR - Spirituality And Distortion

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Artist IGORRR
Title Spirituality And Distortion
Homepage IGORRR
Label METAL BLADE RECORDS
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Mit „Savage Sinusoid“ von 2017 etablierten sich IGORRR als eine wirklich einzigartige musikalische Kraft und das im März veröffentlichte Album „Spirituality And Distortion“ festigt diesen wohlverdienten Ruf. IGORRR verbinden unterschiedliche Musikstile von Death- und Black Metal über Breakcore, Balkan, Barock und Klassik auf eine ebenso unkonventionelle und unberechenbare wie aufregende Art und Weise. IGORRR sind zweifellos anders als jeder andere Act und ihr jüngster Studio-Output zeigt ein ebenso breites Spektrum an Emotionen wie Sounds. “Sich nur in einer einzigen Emotion zu verstricken, ist für mich sehr langweilig; das Leben ist eine große Bandbreite an Emotionen – manchmal ist man glücklich, manchmal traurig, wütend, sauer, nostalgisch oder wie weggeblasen”, so Mastermind Gautier Serre. “Das Leben ist nicht nur eine Farbe. Diese 14 Tracks sind eine Reise durch verschiedene Geisteszustände, die ich durchlebt habe.”

Man möchte sich bisweilen diese verschiedenen Geisteszustände allerdings nicht näher vorstellen, denn die Musik ist schon sehr speziell. Was dank des Openers „Downgrade Desert“ zunächst ein wenig orientalisch wirkt, bekommt sehr schnell eine derbe Metal-Note mit viel Gegrowle, während der Hörer beim nachfolgenden „Nervous Waltz“ in barocke Streicher-Gefilde mit weiblichem Gesang und wütendem Gitarren-Gejaule katapultiert wird. Dissonante Breakbeats stehen dann alsbald mit „Very Noise“ auf dem Programm, bevor ein hektisches Cembalo bei „Hollow Tree“ übernimmt. Und schon kommen erneut orientalische Versatzstücke und Breakbeats ins Spiel („Camel Dancefloor“), bevor mal wieder böse gegrowlt wird („Parpaing“) und gleichzeitig verstörendes Elektro-Gefiepe des Hörers Ohr erreicht. Für das Geschrei ist übrigens kein geringerer als George ‘Corpsegrinder’ Fisher von CANNIBAL CORPSE verantwortlich. Weiter geht es mit einem Akkordeon auf Highspeed („Musette Maximum“) und etwas, was nach Kuhglocken klingt und alsbald wieder eine krachende Metal-Breitseite abfeuert („Himalaya Massive Ritual“). In diesem Kontext klingt „Lost in Introspection“ fast schon massentauglich, wobei mit das angelegentlich einsetzende Opern-Geschwurbel von Laure Le Prunenec gewaltig auf den Sender geht. Die Dame ist auch beim östlich inspirierten „Overweight Poesy“ wieder mit von der Partie und dürfte an dramatischem Pathos kaum zu überbieten sein. „Paranoid Bulldozer Italiano“ kombiniert derweil elektronisches Geschwurbel mit brachialem Death Metal, ehe „Barocco Satani“ erneut einen metallischen Ausflug in den Barock wagt. Das wäre so weit auch ganz okay, würde die knödelnde Dame nicht wieder ihre Stimme in unerträgliche Höhen schrauben. „Polyphonic Rust“ ereilt ein ähnliches Schicksal, hier hätte auch eine Pagan-Folk-Kapelle am Werk gewesen sein können und wenn dann mit „Kung-Fu Chèvre“ ein letztes Mal Fiedel und Quetschkommode Balkan-Feeling aufkommen lassen, weiß man erst, was man an Bands wie SHANTEL und seinem BUCOVINA CLUB ORKESTAR hat.

Keine Ahnung, aus welchem vermutlich französischen Loch Gautier Serre und sein Projekt IGORRR gekrochen sind. Der Herr gibt auf jeden Fall an, dass es zu keinem Zeitpunkt einen Plan gab. Das erklärt vielleicht manches auf „Spirituality And Distortion“ und wenn der Gute sagt, das der stilistische Kontrast für seine Ohren wunderschön sei, dann wird das wohl so sein. Ich konnte mich mit dem Sound-Durcheinander nicht anfreunden, bin allerdings froh, dass hinter den Texten nicht auch noch eine verschrobene Botschaft steckt. Die Worte haben nämlich keine wirkliche intellektuelle Bedeutung, es geht einzig um den Klang, da kann auch mal eine Sprache zum Zug kommen, die das Mastermind gar nicht spricht oder versteht.

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