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IM TAXI RAUCHEN - Snabel

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Artist IM TAXI RAUCHEN
Title Snabel
Homepage IM TAXI RAUCHEN
Label DACKELTON RECORDS
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Songwriterpunk nennen Maurice Müller und Thore Gräfe die Musik, die sie seit Ende 2019 als IM TAXI RAUCHEN machen. IM TAXI RAUCHEN? Da habe ich doch schon mal was ähnliches gehört. Natürlich! Bei „Im Taxi weinen“ – einem Song von KETTCAR. Zweifellos werden die Jungs aus Essen ordentlich von den Hamburger Indie-Urgesteinen inspiriert worden sein, aber daneben nennt das Duo auch MUFF POTTER, TENN!S, Glühwein, Tabak und zu viel gemeinsame Freizeit als Anregungen für das gemeinsame Bandprojekt.  Das ist im Übrigen entstanden, nachdem die beiden Herren, die bereits zuvor unabhängig von einander Konzerte gespielt haben, gemerkt haben, dass ihnen das gemeinsame Mucken mehr Spaß macht als im Alleingang zu musizieren. „Snabel“ ist bereits das zweite Album von IM TAXI RAUCHEN und auch der Titel könnte irgendwo im Hinterkopf ein ‚Hab ich doch schon mal gehört‘ aufploppen lassen; dass „Snabel“ der böse Gegenspieler der Drei ??? im Fall „Der unsichtbare Gegner“ ist, hätte ich allerdings nicht gewusst. Die drei Detektive Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews sind mir immer fremd geblieben und laufen mir nur über den Weg, wenn mal wieder eine Kapelle in irgendeiner Weise von dem Hörspiel-Dauerbrenner in Beschlag genommen wurde.

Jetzt also IM TAXI RAUCHEN, die sozusagen den bösen Ed Snabel in ihr Repertoire aufgenommen haben, als Thore in Osnabrück und Maurice in Essen gewohnt hat. Mit der Bahn haben die beiden sich gegenseitig besucht und an ihren Songs gearbeitet, die schließlich in Osnabrück bei Cornelius Laube aufgenommen wurden, als die beiden schon gemeinsam in Essen gewohnt haben. Elf Songs sind es, die irgendwo zwischen Punk und Indie von der Kommerzialisierung von Emotionen („sok“), sozialmedialen Fallen („Poster“), dem Hinfallen im Bus („Nachbarin fällt im Bus“) und der Subjektivität von Schönheit („Die ketchupfleckfarbene Seite des Mondes“) berichten. Es sind eher ruhige Lieder, die der Zweier zum Besten gibt. Als Anspieltipps seien hier auch die nachdenklichen Nummern „Pferdemelken“ und „LDNSCHFT“ genannt. ‚Nicht jeder Traum wird wahr‘ heißt es im fragilen „Januar“ und das treibende „Ich mach die Regeln nicht“ lädt kurzerhand zum Tanzen ein, ehe das finale „Das momentane Problem der monetären Kapazitäten“ fragt, wie wichtig Geld tatsächlich ist.

IM TAXI RAUCHEN erzählen auf „Snabel“ kleine Geschichten, die nicht immer ein gutes Ende nehmen, aber doch immer zumindest einen Funken Hoffnung enthalten. Ihre Songs wissen zu fesseln und wenn der April heuer zwar Sonne, aber nur 10 °C Außentemperatur schickt, ist es zumindest die Musik von Maurice und Thore, die mein Herz erwärmt.

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