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IMPLANT - Implantology

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Artist IMPLANT
Title Implantology
Homepage IMPLANT
Label ALFA MATRIX
Veröffentlichung 15.05.2009
Leserbewertung
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6.5/10 (8 Bewertungen)

IMPLANT kennt vielleicht nicht unbedingt jeder, aber die Belgier bringen heuer immerhin ihr 8tes Album auf den Markt. In erster Linie war bzw. ist man durch Remixe bekannt, die eigenen Veröffentlichungen sind eher Geheimtipps und verirren sich etwas weniger in die Clubs, wenngleich ich mir diesen Umstand nie ganz erklären konnte. Immerhin verzeichnete das Nebenprojekt 32CRASH erste Erfolge und dieser scheint musikalisch auch auf die Hauptsielwiese abzufärben, wenn auch nur unterschwellig. Was mich immer faszinierte, war die „Andersartigkeit“, als würde die IMPLANTsche Musik parallel zum eigentlichen Szenegeschehen funktionieren, irgendwo zuordenbar, aber der Stil folgte nie den „normalen“ Fußstapfen der großen Vorbilder… Alles sehr lobenswert, aber für einige wahrscheinlich zu schwere Kost.

Und wer glaubt, bei Nummer 8 liefe es anders, der hat sich geschnitten, jetzt legen IMPLANT erst richtig los und ich fürchte, dass der Sound diesmal den Leuten noch viel befremdlicher vorkommen wird als sonst. Etwas ist extrem auffällig, es drängt sie in Richtung Dance, alle typischen minimalen Stilelemente des Electroclashs gepaart mit Pop, was vor einigen Jahren schon MISS KITTIN oder THE HACKER zelebriert haben. Den größten Einfluss sehe ich beim Überalbum „Devin Dazzle and the Neon Fever“ von FELIX DE HOUSECAT (siehe z.B den Song „Out With The Old In With The New“), das schon so ziemlich alles vereinte, was „Implantology“ ausmacht. Hier gibt es eine große Spielwiese für viele poppige Experimente und ich muss gestehen, ich finde es abartig geil, auch wenn es nichts bahnbrechend Neues ist, jedoch ist die Mixtur aus Elektro und Industrial-Dance doch eine irgendwie neue Geschmacksrichtung, die höchstens von den verwendeten Sounds an NOISUF-X („Rip that thing“, „The Dive“, „Violence“) erinnert. Die verwendeten Acid-Elemente verhalten sich doch auffallend ähnlich. Was man aber als „Verteidigung“ konstatieren muss, ist, dass im weiteren Verlauf des Albums immer mehr Disko-Elemente eingebunden werden, die am ehesten das Prädikat „Industrial-Dance“ verdienen, dagegen hört sich alles bisher gehörte wie Kinderfasching an. Und dass wir den Begriff “Industrial“ verwenden dürfen, ist wirklich gerechtfertigt, denn fiept und zischt an allen Ecken, die ganzen schönen Souns werden ausnahmslos angezerrt und bieten einen extrem dreckigen Disko-Charme. So etwas Neuartiges habe ich das letzte mal bei SENOR COCONUT und dem völlig zweckentfremdeten „El Baile Aleman“ gehört, wo KRAFTWRK Songs auf Latin getrimmt wurden. Spätestens bei „We are noise“ denkt man an Italo-Disko auf LSD, geiler geht es nicht mehr. Und glaubt nicht, dass es nach meiner Beschreibung jetzt unbedingt nach den 80ern klingt, sondern es ist eher eine konsequente Fortsetzung der Projekte, die in den 2000ern bereits das Revival feierten… sozusagen also die „80er Version 3“. Dass das Album wieder vor Gastsängern strotzt, ist kein Wunder, so war es schon immer, und dass sein alter Kumpel Jean-Luc de Meyer wieder mitmachen würde, war auch klar, aber ich freue mich ebenso über die Beiträge von NEON JUDGEMENT, PSY’AVIAH, PLASTIC NOISE EXPERIENCE oder ANGELSPIT!

Vor lauter Schwärmerei weiß nun gar nicht, welchen Leuten ich dieses Werk ans Herz legen soll. Im Grunde genommen ist es harter verspielter „Electro-EBM-Dance“ mit Industrial-Elementen. Nicht ganz so leicht verdaulich, jemand muss auf die oben genannten Themen in der Kombination stehen, denn Techno- oder Electroliebhabern (ich meine das Techno-Electro) könnten die zu harten Sounds abschrecken, und Industrial-Fans könnten vor den zu poppigen Elementen zurückweichen. Von 80er Freunden rede ich gar nicht erst, die müssten theoretisch einen Herzinfarkt kriegen, die neue CD von IMPLANT braucht Menschen, die sehr offen für elektronisches Neuland sind und sich nicht hinter ihrer „Früher war alles besser“ Mentalität verstecken. Wir reden hier von etwas völlig Neuem, was es bisher nicht wirklich gab und wie ein „tödlicher“ Stich ins Herz der Szene wirkt, wer diesen überlebt hat, kann einen neuen Geburtstag in seinem Kalender eintragen, denn die neue CD wird die Szene, wie wir sie kannten, für immer verändern. Möglicherweise…

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Implant 'Implantology' Tracklist
1. Violence Button MP3 bestellen
2. The Dive Button MP3 bestellen
3. Rip That Thing Button MP3 bestellen
4. Scared Button MP3 bestellen
5. We Are Noise Button MP3 bestellen
6. Out With The Old - In With The New Button MP3 bestellen
7. Torture Me Softly Button MP3 bestellen
8. And Then She Kissed Me Button MP3 bestellen
9. Los Ninos Del Parque Button MP3 bestellen
10. Nicht Tanzen Button MP3 bestellen
11. All Hail To The Sound Button MP3 bestellen
12. Dropping Acid Button MP3 bestellen
13. There Is A Riot Going On Button MP3 bestellen
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