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IN STRICT CONFIDENCE - La Parade Monstrueuse

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Artist IN STRICT CONFIDENCE
Title La Parade Monstrueuse
Homepage IN STRICT CONFIDENCE
Label MINUSWELT
Leserbewertung
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6.2/10 (6 Bewertungen)

Die Szenemeister sind nach 3 Jahren wieder zurück und stellen uns ihr neues Kreativ-Werk „La Parade Monstrueuse“ vor, das hervorragend zu dem avisierten Zirkus bzw. Schausteller Konzept passt. Die düstere Atmosphäre dieser tingelnden „Freaks“ des letzten Jahrhunderts ist nicht ganz neu, THE CURE oder MARYLIN MANSON haben das Thema schon vor langer Zeit aufgegriffen, aber es wird von ISC recht eindrucksvoll neu aufgelegt. Wenn man dem Album lauscht, dann greifen die Rädchen immer mehr ineinander, es präsentiert sich ein stimmiges Konzept.

Nach einem kunstvoll zusammengeschusterten Intro stößt man schon auf den alten Bekannten „My Dispair“ (vorab ausgekoppelt), der von mir eine gute Kritik bekam, einfach guter elektronischer Pop mit schönen, Wave-igen Gitarren à la THE CHURCH. Die Gitarren waren übrigens schon ein Indiz dafür, wie das zugehörige Album klingen würde, allerdings tendieren nicht alle Kompositionen in diese Richtung. Das anschließende „Silver Bullets“ klingt z.B. eher nach den KRUPPS, guter Crossover, aber die Originale bringen es doch kerniger auf den Punkt. Es geht natürlich auch ohne Langäxte, bei „One Drop“ bleibt man fast nur bei elektronischen Sounds, leider erinnert der Refrain zu sehr an den Bandeigenen Klassiker „Forbidden Fruits“, dies schmälert das beeindruckend orchestrale Feeling und den absolut fantastischen Aufbau ein wenig. „One Drop“ ist ein gutes Beispiel dafür, was insgesamt für ein unglaublicher Sprung in Sachen Professionalität gelungen ist, man schwimmt durch einen Fluss von Abwechslung, Kreativität, bombastischer Sounds und fesselnder Erzählungen, auch „Set me free“ steht in dem nichts nach. Beim Vorgängerwerk hatte ich den Willen durchaus erkannt, aber ich empfand die Umsetzung als gescheitert. Für das neue Album würde ich das allererste Mal ein „knapp bestanden“ attestieren, denn nun empfinde ich nur noch, dass sich die Band selber etwas zu hohe Ziele setzt, man gibt alles, aber streckenweise fehlt doch noch ein wenig Potenzial. Die neue Sängerin ist aber ein unbedingtes Plus geworden, sie bereichert ISC in vielerlei Hinsicht.

Der „neue“ Stil macht es nicht für alle einfach, die alten Fans sind möglicherweise für immer verloren, alte Elektrohasen können damit wohl nichts mehr anfangen, hier wird eher das jüngere Fanpublikum angesprochen, das in der Nähe von großen/ bekannten Bands wie DIARY OF DREAMS angesiedelt ist. Die Gitarrenarbeit ist sehr variabel, das gibt den einzelnen Titeln eine interessante Färbung, auch wenn man bei vielen Songs immer wieder andere Bands assoziiert. Der textliche Hang zum Kitsch ist auch geblieben, das, was mir ehrlich gesagt noch am meisten zusetzt, mit dem neuen Stil kann ich persönlich allerdings prima leben, da man sich sehr positiv entwickelt hat und ich Gitarren auch nicht abgeneigt bin. Ach noch etwas (ja, ich weiß, ich komm aus dem Motzen nicht raus), auch wenn ich das Album ganz ehrlich als wirklich toll bezeichnen würde, es ist auch unglaublich, wie oft einzelne Kompositionen ziemliche Ähnlichkeiten zu irgendwelchen fremden Titeln aufweisen (Beispiel „I surrender“ erinnert stark an SANDRA…. falls die heutzutage noch jemand kennen sollte).

Jetzt aber genug der kritischen Rede, über das meiste kann man mit einem Schmunzeln hinweg sehen, auf jeden Fall ist die Parade insgesamt ein voller Erfolg, die CD bietet großen Unterhaltungswert und lohnt sich definitiv für den aufgeschlossenen Hörer. Also, nicht runterladen, sondern kaufen!

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