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IN STRICT CONFIDENCE - My Despair (Single)

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Artist IN STRICT CONFIDENCE
Title My Despair (Single)
Homepage IN STRICT CONFIDENCE
Label MINUSWELT
Leserbewertung
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7.3/10 (3 Bewertungen)

Die Werbemaschinerie für die neue IN STRICT CONFIDENCE-EP „My Despair“ wurde angeworfen, überall sieht man nur den „offiziellen“ Pressetext, der in einer intelligenten Wortwahl die CD als Maßstab für Band und Szene bezeichnet. Vor Wochen durfte ich natürlich auch schon das Video bewundern, das wirklich schön geworden ist, aber erste Zweifel am Song selbst aufkommen ließ, denn mir kam das Titelstück recht zahnlos vor und ich ärgerte mich ein wenig über den dreisten Ideenklau beim NEW ORDER Video „True Faith“, jedenfalls was das Gesamt-Erscheinungsbild angeht.

Nun kann ich den Song noch mal unabhängig von optischer Voreingenommenheit anhören, um mir eine objektivere Meinung zu bilden, und diese fällt wirklich besser aus. „My Despair“ wurde mit vielen interessanten Gitarrenvariationen eingespielt, mal akustisch, mal mit Riffs, die insgesamt stark in die Richtung Goth Rock bzw. Dark Wave zielen. Wenn ich dann auch noch auf den anderen neuen Track „Constant Flow“ schiele, dann kann man wohl von einem neuen Stil reden, der einen auf dem zugehörigen Album erwarten wird, insgesamt also deutlich Gitarrenlastiger. Ob das gut oder schlecht ist, überlasse ich Hörern und Fans, meine langjährige Erfahrung mit diesem Thema ist eher negativer Natur, aber trotz alledem ist diese Entwicklung gar nicht so abwegig, denn ISC tendierten schon länger zum soften Dark-Wave-Pop à la DIARY OF DREAMS, der ja in aller Ohren ist. Um noch mal auf das neue Stück zurück zu kommen, es hat alles, was einen guten, massenkompatiblen „Hit“ ausmacht – es bleibt im Ohr und besitzt noch genügend Drall, um den Einsatz auf der Tanzfläche zu garantieren (besonders der Club-Mix). Im Gegensatz zum letzten Album spielt „My Despair“ mehr mit Kontrasten, „Exile Paradise“ war ja schon fast eine Dieter Bohlen Produktion (blasphemisch ausgedrückt) und wurde von einigen Hörern abgestraft. Die aktuellen Mixe sind fast austauschbar, wobei der „Slowdive“ Mix noch am besten gefällt, der Name verrät ja schon eine eher langsame Nummer. Der SONO Remix fällt zwar aus dem Rahmen und gefällt mir deswegen gut, aber den meisten wird er wahrscheinlich eine zu durchgeknallte Technonummer sein. Bei „Feelings“ wird auch die neue Sängerin vorgestellt, die laut Info als Solistin beim Serbischen Staatsensemble gearbeitet haben soll. Sie ist gut und macht ihre Arbeit ausgezeichnet, aber sie hört sich jetzt auch nicht anders an wie so viele andere Chanteusen in der Szene, aber es ist mit ihr ein schöner, reiner elektronischer Song geworden.

Ohne Umwege kann ich konstatieren, dass der Titelsong ein gutes neues Lebenszeichen von ISC ist, er wird die Leute auch „schonend“ auf den neuen Stil vorbereiten, aber den Kauf dieses Tonträgers halte ich insgesamt nicht für lohnenswert, man sollte lieber das Album abwarten. Fans der frühen Stunde muss ich leider zuflüstern, dass die alten Zeiten nicht zurückkehren werden, von reinem Elektro ist nicht mehr viel zu hören und voraussichtlich wird sich daran auch nichts mehr ändern, jedoch meistern IN STRICT CONFIDENCE ihre neue Ausrichtung mit Bravour.

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