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IN THIS MOMENT - A Star Crossed-Wasteland

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Artist IN THIS MOMENT
Title A Star Crossed-Wasteland
Homepage IN THIS MOMENT
Label CENTURY MEDIA
Leserbewertung
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8.0/10 (3 Bewertungen)

IN THIS MOMENT melden sich schwer gehypt zurück – kein Wunder, hat man mit den beiden Vorgängern „Beautiful Tragedy“ und „The Dream“ schon mächtig Eindruck in der Welt der härteren Gitarrenmusik hinterlassen und nicht zuletzt durch Frontfrau Maria Brink auch eine hinreißende Galionsfigur am Karriere-Schiff. Während das Debüt vor allem in corigen Gewässern erfreute Wellen schlagen konnte, segelte man mit dem Nachfolgewerk eher in rockigen Strömen und mit recht poppigem Wind in den Segeln. Empfanden die Anhänger der ersten Stunde diese Entwicklung eher als enttäuschend und falschen Weg, erschloss man damit gleichzeitig neue Fanschichten, die den deutlich sanfteren Weg eher bewandern konnten und vor allem wollten. Darum durfte man bei dem neuen, als „A Star Crossed-Wasteland“ betitelten Drittwerk durchaus gespannt sein, welchen Pfad die Kalifornier nun an der durch die beiden bisherigen Alben selbst geschaffenen Genre-Weggabelung nehmen würden, um das „Wasteland“ zu erreichen.

Verständlich wäre es gewesen, man würde den doch entscheidenden ersten Schritt vielleicht noch etwas zaghafter bei der Entscheidungsfindung beschreiten – doch nicht mit IN THIS MOMENT. Mit dem Opener „The Gunshow“ tastet man sich nicht vorsichtig heran – man stürmt wild entschlossen und schreiend den harten, steinigen Weg entlang! Donnerndes Schlagzeug und schwere Saitenhiebe walzen einem entgegen und dazu die wütenden Shouts von Frau Brink, die sich scheinbar in letzter Zeit zum Frühstück statt Honig lieber Rasiermesser aufs Brot geschmiert hat. Nichts mit Geträller, dafür von mitunter hardrockigen Gitarrenparts unterlegte, bestialische Stimmbandquäler, die sie im Vergleich zu früheren Tagen doch ein ganzes Stück verbessern konnte. Dass sie dabei das Singen nicht verlernt hat, zeigt dann aber schnell die folgende Nummer „Just Drive“. Prügeln sich in den Strophen wieder Shouts den Weg durch die Gehörgänge frei, erhebt „Alice im Metal-Land“ ihre Stimme im Refrain dann wieder majestätisch wie ein Regenbogen in den Himmel, den Chris Howorth und Blake Bunzel mit den Sonnen-Riffs ihrer Sechsaiter erhellen. Hier stimmt einfach die Mischung aus Druck und Gefühl. Noch gefühlvoller wird es dann bei „The Promise“, einem kraftvollem Duett, bei dem Maria und ihr männlicher Gesangspartner sowohl um die Wette singen als auch shouten. Sehr schön, wie man hier auf mehreren Ebenen agiert und dem Klangwerk so eine gewisse Komplexität verleiht. Bei „Standing Alone“ dürfen sich dann vor allem Chris Howorth und seine Instrumenten-Kollegen austoben, die hier tief in die Pressure’n’Speed-Schublade greifen und das Stück zu einem wahren Geschoss beschleunigen. Die Symbiose von Hardrock- und Metaleinflüssen bekommt man hier schwungvoll direkt an die Schläfe gedonnert. Im gleichen Magazin findet sich auch eine mit „Blazin'“ beschriftets Projektil, bei dem einem klar wird, dass man mit der kreischenden Maria genau so wenig streiten wie man nicht gegen Jeff Fabb boxen sollte; bei dem Bums, mit dem der gute Mann da auf sein Schlagzeug eindrischt. Chris Howorth und Blake Bunzel riffen derweil die im Hintergrund eingespielte Sirene nieder und erledigen diese endgültig mit dem scharfen Gitarrensolo zum Anfang des zweiten Song-Drittels. Hat man mit dem seicht groovenden „The Road“ und dem erneut von männlicher Stimme unterstützten Kracher „Iron Army“ wahre Tanztempel-Hits am Start, widmen sich der Titelsong und dem abschließendem „World in Flames“ den ruhigen Tönen. Tiefschmachtende Balladen, bei der man bei erstgennanter auf die Stromgitarren, bei zweitgenanntem aufs Piano als Unterstützung zurück greift. Ganz stark, genau wie auch die Idee, die Strophen von „The last cowboy“ mal mit Sprachgesang zu gestalten, was dem Facettenreichtum innerhalb der gut 42 Minuten Gesamtspielzeit zu Gute kommt.

Mit „A Star Crossed-Wasteland“ wenden sich IN THIS MOMENT doch recht überraschend wieder der härteren Seite zu, wenngleich man Gefühl und Melodie nie außer Acht lässt. Das Liedgut präsentiert sich so auf zehn Titel verteilt ausgewogener als zuvor und bringt das Quintett ein ganzes Stück weiter an ihr Ziel, zudem ist die Produktion von Kevin Churko (OZZY OSBOURNE, FIVE FINGER DEATH PUNCH) ebenfalls zweckdienlich ausgefallen. Zwar kein Überalbum, da man sich in manchen Teilen des Songwritings noch nicht so wirklich ausgereift präsentiert, mit dem die Truppe aber trotzdem weiter auf dem Erfolgsweg wandern wird. Für Freunde von gut gemischtem Metal mit Hardrock und leichten corigen Anteilen dürften IN THIS MOMENT somit genau jener Stern sein, der durch die titelgebende Einöde führt…

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