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INA MÜLLER - 48

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Artist INA MÜLLER
Title 48
Homepage INA MÜLLER
Label 105 MUSIC
Leserbewertung
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7.5/10 (2 Bewertungen)

Im Juli ist INA MÜLLER 48 geworden, und weil es bei ihrer sechsten Solo-Platte um ne Menge – nennen wir es mal dem Alter entsprechende – Themen geht, hat auch das aktuelle Album diese Titel-Zahlenkombination verpasst bekommen. Die NDR-Fachfrau für die Bereiche Sabbeln, Saufen und Singen packt mal wieder jede Menge Lebenserfahrung in ihre Songs und so finden sich auf „48“ insgesamt 13 Stücke über Sehnsucht, Liebe, Macken und die kleinen Ärgernisse des Alltags. Einiges sicherlich erneut durchaus biografisch, manches allgemeingültig und alles immer absolut unterhaltsam.

Den Anfang macht der Ohrwurm „Wenn du nicht da bist“, der sich als beschwingte Liebeserklärung entpuppt. Möglicherweise an den Musiker JOHANNES OERDING, mit dem Ina seit einiger Zeit liiert ist und der auch an der Entstehung des jüngsten Longplayers beteiligt war. „Sie schreit nur noch bei Zalando“ und „Schuhe“ sind augenzwinkernde und flotte Seitenhiebe auf weibliches Kaufverhalten, während „Wenn dein Handy nicht mehr klingelt“ leise Töne anschlägt. Gleiches gilt für die Piano-Ballade „Nach Hause“, die von schmerzhaftem Heimweh, dem Wunsch nach Geborgenheit und vertrauter Umgebung berichtet. Nachdem auf ihrer Plattdeutsch-Langrille „Die Schallplatte – nied opleggt“ aus 2009 das Lied „Mama“ ihrer Mutter gewidmet war, haben jetzt die vier Geschwister mit der Nummer „Fünf Schwestern“ ihren eigenen Song bekommen, der von der Kindheit auf dem Bauernhof in der Nähe von Cuxhaven, Zickenzoff und Zusammenhalt handelt. Mit viel Schwung schließt sich „Wenn ich weg guck“ an, bevor „Pläne“ nachdenklich stimmt. Geht es doch um den Tod eines Freundes und die plötzliche Endlichkeit des Lebens. Im Laufe der Jahre lernt frau ne Menge Männer kennen und erlebt dabei so manches „Déjá-vu“ und weshalb mit zunehmendem Alter das Sehen schwieriger wird, erzählt das selbstironische „Spieglein, Spieglein“. Dass jedoch mit jedem Geburtstag nicht unbedingt alles schlimmer werden muss, verrät das ausgelassene „Teenager“, nachdem „Einen im Sinn“ mit viel Gefühl eine Lanze für Mister Okay bricht. Das finale „Aber dich“ ist schließlich ein weiteres uneingeschränktes Liebesgeständnis, das aus tiefstem Herzen zu kommen scheint.

Beim Hören von „48“, denkt man fast automatisch, dass es INA MÜLLER momentan ziemlich gut gehen muss. Gleichzeitig kommt der Silberling aber durchaus auch ruhiger und nachdenklicher als beispielsweise der zwei Jahre alte Studio-Output „Das wär dein Lied gewesen“ oder das 2008er „Liebe macht taub“ daher. Die Zeiten ändern sich und Frau Müller bleibt nicht in der Vergangenheit hängen. Musikalisch serviert sie bekannt eingängige Kost und am besten ist die Dame mit dem frechen Mundwerk sowieso auf der Bühne oder in ihrer kleinen Kneipe im Hamburger Hafen aufgehoben.

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