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INADE - The Incarnation Of The Solar Architects

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Artist INADE
Title The Incarnation Of The Solar Architects
Homepage INADE
Label LOKI FOUNDATION
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Was braucht es – mal ganz abgesehen von der Musik – für ein spannendes Dark-/ Ritual Ambient Album? Nun, insbesondere das Drumherum sollte stimmen und ein interessantes Konzept anbieten, das einen gewissen Mystery-Faktor beinhaltet und in dem der Hörer sich auf seiner musikalischen Reise durch die ambiente Klangwelt verlieren kann. Knut Enderlein und René Lehmann, gleichzeitig die Chefs der Loki Foundation aus Leipzig, beherrschen dies seit jeher und erforschen unlängst nun die – im weitesten Sinne – kosmische Schattenwelt (für Einzelheiten sei auf den umfangreichen Pressetext verwiesen, der sich auf den verlinkten Homepages finden lässt). Dabei widmen sie sich trotz gelegentlicher eigener INADE-Veröffentlichungen, zuletzt in Form eines Live-Box-Sets, gesammelten Werken bzw. Re-Releases, mit „The Incarnation Of The Solar Architects” doch tatsächlich erstmals seit 2001 (“The Crackling Of The Anonymous”) wieder einem vollwertigen neuen Studioalbum!

Schon die optische Gestaltung verspricht ein tiefgehendes Klangabenteuer, dem dann auch das Material problemlos gerecht wird. „The engine of the mind“ bringt den detailreichen Soundteppich auf Kurs und schwingt sich gleich auf dem richtigen Level ein. INADE würden aber nicht zu den Vorreitern des Genres gehören, wenn sie sich auf profanem Dark Ambient ausruhen würden. Stattdessen gibt es in der Folge eine Vielzahl interessanter Klänge und Stimmungen zu entdecken, die sich auf dem fesselnden Trip durch astrale Gefilde entfalten und denen eine bedrohliche Dramatik innewohnt. So entsteht nahezu eine eigene Dimension, in der Stücke wie „Abandoned inferno“, „The world behind the world“ oder „Canon of proportion“ als stoische, rhythmische Intervalle zugleich die rituelle, beschwörende Seite von INADE präsentieren. Etwa die Hälfte der zehn Kompositionen weisen zudem Stimmeinsatz auf, stellenweise gesprochen, gesampelt oder wie in „The Tellurian vortex“ als dezenter Choralgesang.

INADE schaffen es im Gegensatz zu manch anderem Projekt, der von ihnen erzeugten Atmosphäre so einen eigenen Stempel aufzudrücken und diese vor allem mit Wiedererkennungswert zu versehen. Da passt es sogar irgendwie, dass der tolle und einnehmende Schlusstrack „Aion teleos“ ein wenig an BURZUMs „Rundgang um die transzendentale Säule der Singularität“ erinnert. „The Incarnation Of The Solar Architects” jedenfallls ist wie ein strahlender Stern im Firmament und kann daher allen Ambient Anhängern nur wärmstens empfohlen werden.

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