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INCAPACITY - 9th Order Extinct

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Artist INCAPACITY
Title 9th Order Extinct
Homepage INCAPACITY
Label METAL BLADE
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Man muss das Metall schmieden, solange es heiß ist und bei INCAPACITY glühte es geradezu: Ein Anruf bei Cold Records-Chef Omer, so will es die Legende, reichte angeblich aus, um der All-Star Band einen Plattenvertrag zu sichern, ehe dieser auch nur eine Note gehört hatte. Derartige Projekte verlieren sich bekanntlich leicht in technischen Spielereien oder Kompetenzgerangel, doch geriet „Chaos Complete“ ganz und gar bravourös und war eines der Alben, welches im vergangenen Jahr mehr als nur ein paar Tage Freude machte. Und „9th Order Extinct“ wird, da kann man sicher sein, für 2004 das Gleiche leisten.

Nicht alles ist anders geworden, doch vieles (noch) besser. INCAPACITY haben noch immer einen Hang zu Thrash-infiziertem Death-Metal, der an strategischen Stellen in kräftige melodiöse Passagen einmündet. Letztere fügen sich nun auf dem neuen Werk immer eleganter in die stählernen Strukturen ein, so dass sich die Songs mehr wie aus einem Guss und das Album als Ganzes verstärkt wie eine Einheit denn eine Sammlung von Tracks anhört. Gleichzeitig, auch wenn sich das zunächst wie ein Paradoxon anhört, sind die harten Strecken noch einen Tick härter und aggressiver geworden und scheinen geradezu aus den Boxen zu explodieren. Es ist leicht auszumachen, dass dies maßgeblich an dem neuen Produzenten Mieszko Talarzcyk liegt, der in der Vergangenheit bereits mit Bands wie NASUM arbeitete und auf dessen Einfluss man wohl die beiden gerade mal an der Ein-, bzw. Zweiminutengrenze knabbernden und am Grind geschulten Krachminiaturen „Wide of the Mark“ und „Cross-Fixed“ zurückführen kann. Dafür schraubt man das Tempo für die weit ausholende Old-School Hymne „File under Torture“ sowie die auf Doom-Einflüsse verweisenden In- und Outros des brachialen „Shadows of the Watcher“ gehörig nach unten und lässt die schweren Töne ganz lang vibrieren. Der Wechsel im Sessel des Tonmeisters hat sich auch auf den Gesamtklang des Albums ausgewirkt, denn obwohl man meinte, dass bereits Jonas Kjellgren seinen Job mehr als ordentlich erledigt hatte, gewinnt der Hörer auf „9th Order Extinct“ den Eindruck, als habe Mieszcyk noch eine dicke Schicht Staub entfernt – so klar und krachend klingt die Band hier.

Auf „A Plague of their own“ experimentiert man sogar mit Drum n Bass und “Overdose on Purity” erlaubt sich ein geradezu melancholisches Finale: Der Einzugsbereich von INCAPACITY wird immer größer. Selbst hartgesottene Gesellen werden hier auf ihre Kosten kommen, während offene Charaktere die Vielseitigkeit schätzen dürften. Eine willkommene Ausweichmöglichkeit also für enttäuschte Ex-Fans von IN FLAMES oder diejenigen, die an neue Wunder wie DISHARMONIA MUNDI nicht glauben. Niemand, der melodischen Death Metal mag, kann es sich erlauben, nicht in „9th Order Extinct“ hineinzuhören.

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