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INITIAL PRAYER - The Last Men in Europe

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Artist INITIAL PRAYER
Title The Last Men in Europe
Homepage INITIAL PRAYER
Label CORROSIVE GROWTH INDUSTRIES
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„Wissen ist Macht“ lautet das Stichwort von „The last men in Europe“ und das passt, denn diese Scheibe kommt derart hässlich daher, dass es sich fast zwangsläufig um Angelegenheiten des Geistes und nicht der Ästhetik handeln muss. Was im Übrigen der Musik keinen Abbruch tun muss – denn die ist so überraschend wie überzeugend.

Überraschend, weil man sich doch etwas anderes unter einer Scheibe vorstellt, welche die Plattenfirma mit den Referenzen FAUST, THROBBING GRISTLE, PIL, FOETUS und STOCKHAUSEN (schluck) bewirbt. Zugegeben, der erste Track „White Waters“ eröffnet mit krachenden Drones, monolithischen 2001-Chören und messerscharfen Gitarrensplittern am blutroten Himmel, und „In Defence“ rattert neun Minuten wie ein Monster aus geschredderten Chords, stampfendem Beats und pseudo-gelangweilten Vocals vor sich hin. Doch der Rest des Albums nimmt sich ungemein abwechslungsreich aus: Nächtlich pumpender Dub („All hope fails“), militanter, Mülltonnen abfackelnder Hip Hop („We serve“), stille Stimmungsbilder und sogar eine die Zeit anhaltende Piano-Noctune („Fourth Law“). Das ist niemals der Industrial unserer Eltern, aber eine Musik mit ähnlichem Anspruch: Sich nichts vorschreiben zu lassen, neue Formen zu bilden, den Geist der Großstadt so laut vor sich hin zu murmeln, bis die Welt nicht umhinkommt zuzuhören.

“Wissen ist Macht” lautet das Stichwort von „The last men in Europe“ und das passt, denn dieses Album wird mal wieder kaum ein Mensch in Europa kennen – doch wer es tut, ist eindeutig im Vorteil.

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