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INJUSTICE - Melancholeric

VN:F [1.9.22_1171]
Artist INJUSTICE
Title Melancholeric
Homepage INJUSTICE
Label FIREFIELD RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
8.0/10 (4 Bewertungen)

Denkt man beim Albumtitel gleich an destruktive Düstermucke, so sieht man sich beim schönen, aber sehr schwarzen Piano-Intro „As Flames Burn Memories…“ bestätigt. Der erste Track „Thanatophobia“ ballert einen denn aber in bester NuCore Death Metal-Manier von den Socken! Endfettes Gepumpe mit rollendem Schlagwerker und brunftig growlendem Fronter ballert einem entgegen, geile Granate! Die melodischen Emo-Gesangseinschübe gehen auch in Ordnung, weil passig und mit schöner clean-Stimme ausgeführt.

Die Kerle kommen aus Rostock und zählen im Schnitt mal gerade 20 Lenze, dabei gibt’s die Band schon seit 2001! Potzblitz. Einziger kleiner Nachteil ist vielleicht die Überlänge des Songs. Das wird bei dem folgenden „When Leafs of Red Roses turn to Grey“ mal fix besser gemacht. OK, CALIBAN schwirren hier natürlich ganz schwer durch den Raum. Aber denen steht man schon auf den Füßen, lediglich soundmäßig kann man noch nicht ganz mithalten. Und die letzte Feinjustierung in den Songs fehlt noch etwas, um die Leader vom Thron zu schubsen. Das könnte dann schon beim nächsten Album soweit sein. Mit der Mucke liegt die Band natürlich voll am derzeitigen Zeitgeist und müsste bei der riesigen Genre-Fanbase locker was reißen. Das noch kürzere „The Servant“ groovt mächtig, schon knorke, wie man in so jungen Jahren bereits so ausgereiftes Material raushaut! Dass man auch im schräg-technischen Bereich überzeugen kann, zeigt das frickelige, aber nichtsdestotrotz mächtige „Saints of the Last Day“, reines Death Metal-Gegrowle trifft auf cleane Gesangspassagen und Sprechparts… das hat Verstand. Damit man nicht weglullt poltern INJUSTICE mit dem schnellen „Hatred Slander Adore“ mal eben in die HATEBREED-Liga vor, nicht ganz so straight freilich. Diesen bunten Mix auf höchstem Niveau („Out of Inside“ pisst gar SOULFLY ans Bein!) halten die 5 bis zum Schluss der 50 Minuten durch, womit wir eine regelrechte Undergroundperle auf dem Tisch haben! Mit dem melodischen SchwedenTod-Knaller „Downfall“ verbläst man schon nahezu IN FLAMES, MACHINE HEAD kriegen ihr fett mit „Welcome to the Pit“ und „Fear at Least“ weg. Wir sprechen hier jetzt nicht von blindem Abkupfern, sondern von Einflüssen. Für Klausounds sind die 5 Jungs auch viel zu fit an den Instrumenten. Fronter Johannes Barth überstrahlt mit seiner Leistung noch mal die anderen ein wenig, weil er sowohl das tiefste Gegrowle wie auch das Geshoute und den sehr sicheren Clean-Gesang perfekt hinbekommt! Wenn er das Live umsetzen kann, können wahrlich nicht schwache Herren wie Mr. Flynn oder Mr. Bell mal fein einpacken. Wie Onkel Cavalera tönt er glatt bei dem fett rollenden „All Coming Down“! Der Gesang ist also genauso Facettenreich wie die Musik.

Einziger kleiner Wehrmutstropfen ist der doch relativ ähnliche Aufbau der Songs. Vielleicht sollte einfach mal ein Track straight durchgeknüppelt werden (ohne clean-Passagen oder Breakdowns) oder rein melodisch ausgerichtet sein. Kleiner Schönheitsfehler, der aber nicht von der Bewertung „Granate“ abhält! Wer von den obigen Bands(oder ähnlich gelagerten) was im Schrank stehen hat, der MUSS „Melancholeric“ von INJUSTICE auf jeden Fall dazustellen! Eins der geilsten und ausgereiftesten Debüts der letzten Jahre! KAUFEN!!!

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