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INNOCENT ROSIE - Bad Habit Romance

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Artist INNOCENT ROSIE
Title Bad Habit Romance
Homepage INNOCENT ROSIE
Label SWEDMETAL RECORDS
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

In Skandinavien ist die Rock’N’Roll-Welt noch in Ordnung. Zwischen Nord- und Ostsee wird gerockt, als ließe sich damit das Abschmelzen der Polkappen abwenden. Neuestes Beispiel sind INNOCENT ROSIE aus Schweden, die Ende 2005 in Varberg gegründet wurden und nach einer ersten EP namens „Black Rain“ und verschiedenen Touren durch Europa und Amerika jetzt mit ihrer Langrille „Bad Habit Romance“ debütieren.

Unverkennbar hat der Vierer sich Sleaze Metal im Sinne der alten Recken von GUNS’N’ROSES und SKID ROW auf die Fahnen geschrieben. Entsprechend krachend und dreckig geht’s auch zur Sache, wenn Oscar Kaleva ins Mikro rotzt, während die Kollegen Joel Eliason (guit.), Benjamin Boräng (dr.) und Olof Oljelund (bass) für den passenden, sehr druckvollen Sound sorgen. Angefangen beim Opener „Bitter Cocktail“, der mit fetten Sleaze-Langäxten im Alleingang gefällt, geht es weiter zum treibenden „Knock Me Out“, zu dem es bereits ein Video gibt, welches im vergangenen Jahr das meistgespielte Rock-Video im schwedischen MySpaceTV war. Beim bluesigen „Let A Memory Die“, bei dem auch eine Mundharmonika zum Einsatz kommt, scheinen INNOCENT ROSIE eine Fusion von GUNS’N’ROSES und BON JOVI im Sinne gehabt zu haben, bevor der Titeltrack „Bad Habit Romance“ nach einem kurzen Ausflug in ruhigere Gefilde wieder ordentlich Gas gibt. Mit „Sextalkin’“ bringen die Herrschaften erneut Südstaaten-Blues ins Spiel, diesmal sorgt Klaviergeklimper für den besonderen Kick, wohingegen „I’m A Vibe“ einen tiefergelegten Bass durch die Boxen pumpt. Das ganz große Eighties-Hairspray-Metal-Revival präsentiert mit jeder Menge Schmackes „Wasteland“ – da braucht’s kein Botox, um sich zumindest mental auf einen Schlag zwanzig Jahre jünger zu fühlen. Die Jungs verstehen zweifellos ihr Handwerk, INNOCENT ROSIE rocken wie der Teufel und wenn sie wie bei „Shine, Shine, Shine“ denn mal etwas Tempo rausnehmen, bleibt die Mucke erfreulicherweise trotzdem wunderbar knackig. „Don’t Drag Me Down“ hätte mit seinem fröhlichen Mundharmonika- und Klavierelementen auch von KID ROCK sein können. Zum finalen Schlag holen die Schweden dann mit „Left Alone“ aus. Hier gibt’s sozusagen im Schnelldurchlauf noch mal alles von hart bis zart und das Rock’N’Roller-Herz freut sich.

Die verschiedenen Referenzen sind unüberhörbar, was jedoch nicht schadet, denn INNOCENT ROSIE bringen genug Spielfreude und Ideen mit, um Bewährtes gekonnt einen eigenen Stempel zu verpassen. Solange es Bands wie INNOCENT ROSIE gibt, wird der Sleaze Rock wohl nicht untergehen. „Bad Habit Romance“ ist solider Rock’N’Roll mit einer Prise Punk, einem Quäntchen Blues und ganz viel Herzblut, der vermutlich besonders die Herzen der über Dreißigjährigen anrühren dürfte.

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