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INSISION - Revealed and Worshipped

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Artist INSISION
Title Revealed and Worshipped
Homepage INSISION
Label EARACHE
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Man wirft den Popsternchen dieser Welt gerne vor, ihr Erfolg beruhe lediglich auf den Fähigkeiten ihres Produzenten, doch auch im sogenannten Untergrund leistet der Mann hinter den Knöpfchen einen gehörigen Beitrag zum Erfolg. Weil Klang und Arrangement eben weit mehr sind als die Sahne auf dem Eis oder eine Art akustischer Eyeliner. Metal ist entweder eine Attacke auf die Sinne oder gar nichts und so kommt der „Technik“ die Aufgabe zu, die Musik in ihrer ganzen Rohheit und Gewalt einzufangen. Neuster Star am Himmel der Studio-Gurus ist dabei Mieszko Talarczyk, der gerade noch den potentiellen Königen des aufgeschlossenen Death INCAPACITY einen bahnbrechende Sound auf den Leib schneiderte und nun mit deren Landsleuten INSISION eine weitere, beeindruckende Visitenkarte abgibt.

Als Mitglied von NASUM hat Talarczyk einen natürlichen Zugang zu den Befindlichkeiten sensibler Musikerseelen und gleichzeitig ein gutes Gespür für die Vielfalt an Möglichkeiten, die sich bei der Realisierung eines Stücks anbieten. Ausgangspunkt für „Revealed and Worshipped“ war dabei der Anspruch der Band, eine Kampfansage an die Kommerzialisierung des Death zu formulieren und ein übelriechendes, abstoßendes Album auf Tape zu bannen, welches dem eingangs erwähnten Alles-oder-Nichts Anspruch genügt. Gleichzeitig sollte der Bezug zu den alten Meistern und Pionieren des Genres offengelegt werden, bei denen ein guter Hook und eine einprägsame Gitarrenfigur durchaus nicht untersagt waren. Die Umsetzung gelang dank einer ausgeklügelten Minimalstrategie: Eine Annäherung an die Offensichtlichkeit gibt es genauso wenig wie Melodien, doch mittels unendlich kleiner einprägsamer Einschübe erhalten die Stücke einen frappierenden Wiedererkennungswert. „The Unrest“ wartet mit plakativen Marschrhythmen und Düsenjägerattacken auf, in „We did not come to heal“ stöhnen die Riffs wie ein nur halb narkotisierter Patient bei der zahnärztlichen Wurzelbehandlung und der punktgenaue Vokalvortrag von „Foul smell of Humans“ erinnert beinahe an HardCore. Erwähnenswert auch „In the Gallows“, dessen schleppende Passagen wie ein halluzinierender, koksverzerrter Stoner Doom daherkommen. Technisch wird es nie, auch wenn gegen Ende fließende Übergänge zischen den Titel einen progressiven Einschlag andeuten.

Einfach nur gemetzelt wird hier ohnehin ganz selten. Was nur einmal aufs Neue bestätigt, dass die Aggression der Kontrolle bedarf, um richtig zur Geltung zu kommen und dass Song und Sound ineinander greifen müssen. Das hat der Produzent begriffen, das haben INSISION begriffen. Auch wenn die selbsternannten „Revolutionsideen“ noch ein wenig zu hoch gegriffen erscheinen: Ein voller Treffer, ein Album wie eine geballte Faust.

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