Band Filter

INTO ETERNITY - The Incurable Tragedy

VN:F [1.9.22_1171]
Artist INTO ETERNITY
Title The Incurable Tragedy
Homepage INTO ETERNITY
Label CENTURY MEDIA
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
10.0/10 (1 Bewertungen)

“Buried in Oblivion” hieß der Paukenschlag aus dem Jahre 2004, der INTO ETERNITY ganz vorne auf der Metal 2.0 Landkarte verewigte. Eine bis dato ungehörte Mischung aus den verschiedensten Extrem-Metal-Gesangs-Stilen, technischen Kapriolen und, „nicht zu glauben!“, waschechten Pop-Refrains ließen alle anderen Bands, die mit ähnlichen Inhalten punkten wollten, beschämt auf den Boden ihres Proberaumes blicken…

„The Scattering of Ashes“ konnte dann das gegebene Versprechen noch nicht ganz einlösen und wirkte etwas zu sehr verfranst und gehetzt. Nun knüpft Band-Kopf, Gründungsmitglied, Saitenzauberer und Schreihals Tim Roth (nicht verwandt oder verschwägert mit „dem“ Tim Roth) mit „The incurable Tragedy“ nahtlos an „Buried in Oblivion“ an und löst seinen Schuldschein mit Bravour ein (auch wenn der Preis, der zu zahlen war, ein recht hoher war…)! Schon „The Scattering of Ashes“ war eine Aufarbeitung des Todes, verstarb doch Tim Roths Mutter vor den Aufnahmen. Nun sollte man denken, dass ein Schicksalsschlag genug ist, aber gemäß Murphy’s Law erlagen nicht nur zwei gute Freunde von Mr. Roth (gleichzeitig auch noch Brüder) ihrer Krebserkrankung… Nein, zehn Tage vor Weihnachten und während den Aufnahmen dieses Albums, verstarb auch noch Tims Vater ebenfalls an Krebs… Während man geneigt wäre, sich erst einmal ein Jahr lang zuhause zu verkriechen, haben INTO ETERNITY die traurigen Ereignisse in einem „quasi“ Konzeptalbum verarbeitet (wobei man nicht vergessen sollte, dass auch noch zwei neue Bandmitglieder in das aktuelle Line-Up eingearbeitet werden mussten). Songtitel wie „Spent Years of regret“, „Time Immemorial“, „Diagnosis Terminal“, „One Funeral Hymn for three“, sowie das dreiteilige Titel-Thema sprechen eine deutliche Sprache.

Musikalisch legen die Kanadier nach dem obligatorischen Intro gleich mit dem extremsten Titel der Scheibe los. „Tides of Blood“ begeistert mit Melody-Double-Leads, der variablen Gesangsarbeit von Stu Block (die irgendwo zwischen Halford und Schuldiner liegt!), progressiver Songstruktur (zwischen Power-Chord-getriebenen Refrain und thrashigen Strophen). Nicht der zugänglichste Track der Scheibe, aber alle Trademarks der extremen Prog-Metaller werden gleich prominent in Szene gesetzt. „Spent Years of Regret“ bietet lupenreine, nackenbrecherische Gitarren-Parts der DEATH-Schule („Sound of Perseverance-Ära“), gepaart mit einem unwiderstehlichen Refrain, dem man kaum mehr aus dem Kopf bekommt. „Symptoms“ zeigt in knapp 110 Sekunden die ganze musikalische Klasse der aktuellen Besetzung und leitet zu einem weiteren melodischen Nackenbrecher der ersten Güte über. Mit dem ersten Teil der „The incurable Tragedy“-Trilogie werden die ruhigen Töne des Albums eröffnet. Zu Synthie-Streichern (leider!) und Klavierbegleitung werden einige Gänsehautmomente zelebriert (später wird mit cleanen „…and justice for all“ Pickings, akustischer Gitarre und Orgelbegleitung variiert). Der Rest der knapp 40 Minuten bewegt sich im INTO ETERNITY-Spannungsfeld und lässt zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen. Lediglich der Klang der digitalen Promo, die von Century Media zur Verfügung gestellt wurde, ist recht schwachbrüstig und flach. Die Snare verfügt über wenig Durchschlagskraft und nimmt dem Album eine gewisse Dringlichkeit. Hoffentlich bietet das Endprodukt ein wenig mehr an Volumen und klanglicher Brillanz…

Mit „The Incurable Tragedy“ haben sich die Mannen um den krisengebeutelten Tim Roth selbst ein musikalisches Denkmal gesetzt. Spannend von der ersten bis zur letzten Sekunde umgesetzt, musikalisch höchst abwechslungsreich und in das Gesicht von Genre-Konventionen spuckend, sollte jeder Old-School-Deather und Metal-Core-Jungspund dieses Album lieben. Hoffentlich wird der Nachfolger aus einer erfreulicheren Basis geboren. Zu wünschen wäre es Canada’s Finest!

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

INTO ETERNITY - Weitere Rezensionen

Mehr zu INTO ETERNITY