Band Filter

INTRONAUT - Habitual Levitations

VN:F [1.9.22_1171]
Artist INTRONAUT
Title Habitual Levitations
Homepage INTRONAUT
Label CENTURY MEDIA
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.0/10 (4 Bewertungen)

Eine neue INTRONAUT: Das ist einer dieser Momente, in denen der Job als Schreiberling für euer Lieblingsmagazin ganz besonders viel Spaß macht. „Habitual Levitations“ heißt das knapp einstündige Machwerk, und angelegentliches Schweben ist beim Genuss desselben auch wahrlich nicht ausgeschlossen.

Schon der Opener „Killing Birds With Stones“ knüpft eindrucksvoll genau dort an, wo das grandiose Vorgänger-Album „Valley Of Smoke“ aufgehört hatte. Man erkennt sogleich sämtliche lieb gewordenen Elemente im INTRONAUT-Sound wieder, angefangen beim charismatischen Gesang von Fronter Sacha Dunable, über die faszinierend versponnenen Basslinien von Joe Lester, die zu jeder Sekunde von den kraftvollen Gitarrenriffs Dave Tinnicks losgelöst scheinen und ihnen doch gleichzeitig als vollständig transparentes Gewand dienen, bis hin zum immer wieder akutes Kopfschütteln verursachenden Drumming des Vollzeit-Maniacs Danny Walker. Nach einigen Minuten dann hat man das Gefühl, bereits seit Stunden nichts anderes getan zu haben, als die neue INTRONAUT zu hören. Das hat nichts damit zu tun, dass etwa so etwas wie Routine oder gar Langeweile aufkommen würde, sondern spiegelt lediglich diese wohlige Vertrautheit wider, die einen angesichts von Perlen wie „The Welding“ oder „Sore Sight For Eyes“ trotz aller Vertracktheit in ihrer Struktur übermannt. Eben diese Vertrautheit paart sich nach und nach mit ehrlicher Bewunderung, denn INTRONAUT präsentieren sich anno 2013 so ganz nebenbei als eine deutlich gereifte Einheit in puncto Songwriting und Arrangement. Ausgedehnte Touren mit so unterschiedlichen (und doch allesamt passenden) Bands wie A STORM OF LIGHT, GHOST BRIGADE und TOOL scheinen ihre Spuren hinterlassen zu haben. Die Palette an musikalisch zelebrierten und geradezu physisch spürbaren Gefühlslagen ist breiter geworden und vollführt einen Breakdance (sic!) zwischen schwermütiger Melancholie und wilder Euphorie. Oder besser gesagt: Zwischen wohlig warmer innerer Gelassenheit und drogig-chaotischer Raserei. Nein, ich meinte eigentlich: Zwischen jazziger Flauschigkeit und stählernem Hass. Äääähhh…. Whhhhat??????

INTRONAUT manifestieren mit „Habitual Levitations“ den Anspruch, den sie spätestens anno 2010 mit „Valley Of Smoke“ bereits angemeldet hatten, sich in der zunehmend beliebter werdenden Nische zwischen Post Metal, Neoprog und wirrem, mathematischen Zeugs von ihren Mitstreitern abzuheben, indem sie eine unglaubliche stilistische Bandbreite in neun zu jedem Zeitpunkt extrem homogene Songs eingebettet haben, die dann wiederum ein gleichermaßen homogenes Album ergeben. Das ist dann in der Summe ganz und gar nicht schlicht, aber schlicht großartig.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

INTRONAUT - Weitere Rezensionen

Mehr zu INTRONAUT