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ISOSCOPE - Conclusive Mess

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Artist ISOSCOPE
Title Conclusive Mess
Homepage ISOSCOPE
Label NOISOLUTION
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„Conclusive Mess“ – schlüssiges Chaos?  Das macht durchaus Sinn, um die überbordende Spielfreude und Soundvielfalt von ISOSCOPE auf den Punkt zu bringen. Aber trotz auditivem Wahnsinn ist das zweite Album der Berliner:innen klar und strukturiert und keine Kopfmusik, sondern es kommt aus dem Bauch, es rockt und ballert.

Also einfach mal die Post-Punk Schublade auf, ISOSCOPE rein und zu…? Halt! Die Kiste sperrt und klemmt. Das ist zu groß für Schubladendenken. Ist das überhaupt Post-Punk oder Punk? Oder doch mehr Prog-Rock oder Math-, Kraut-, Noise-Rock oder hat noch jemand einen Sticker rumliegen, der auf den Koffer passt, wenn man mit ISOSCOPE auf einen Trip geht? Die zehn Tracks sind in der Tat schwer zu kategorisieren, aber innerhalb klarer Koordinaten zu verorten und trotz ausufernder Kleinteiligkeit ein wütendes und kompaktes Sound-Statement. Die vier Musiker und Musikerinnen bringen gleichberechtigt Songs, Ideen und Sounds ein, die durch die vierstimmigen Vocals weitere Farben auf der Band-Soundpalette mischen. Eine Kapelle, die viel DIY-Mentalität besitzt und sich fernab eindeutiger Szene- und Genregrenzen bewegt. Da stecken zeitgemäße Bands der britischen Gitarrenszene als Vorbild drin, aber von New York Noise bis Krautrock oder 80er Jahre (Post-)Punk-Innovationen hat die Band-DNA weitere ungewöhnliche Bestandteile, die harmonisch zusammengesetzt werden.

ISOSCOPE steht auch auf „Conclusive Mess“ für ausufernde, laute und farbenfrohe Klanglandschaften, sich ständig verändernde Songs, die von großer Experimentierfreude geprägt werden. Und unter all den Sound-Schichten und Arrangements ist stets etwas Schillerndes versteckt, eine Belohnung für die zunächst überforderte Zuhörerschaft. Das Album rockt, ist kraftvoll und wütend, tritt aber nie auf der Stelle, entwickelt sich und fordert uns ständig. Mit „Conclusive Mess“ haben ISOSCOPE einen großen Schritt seit ihrem 2022er Erstling „Ten Pieces“ gemacht. Der Sound bleibt wiedererkennbar und eigen, aber die Combo hat sich gefunden und eine Produktion hingelegt, die das Potential des Quartetts freilegt und fördert, aber gleichzeitig nie ihren Live-Sound ignoriert. Wild und gekonnt. Chaotisch, aber durch und durch stimmig.

Außerdem da ist noch mehr als nur Musik. ISOSCOPE gehören zur Gründungszelle des Berliner GRRL NOISY Kollektivs, das viel für FLINTA Musiker und Musikerinnen tut. Diese Themen sind ebenso wichtiger Inhalt und Motivation für die Gruppe, sich zu engagieren und – neben der Musik – weitere Ebenen zu haben, die bespielt werden. Eine Band, die politisch wie gesellschaftlich klar positioniert ist. Bunt, laut, spannend, aufregend und alles andere als massenkompatibel!

Quelle: Noisolution

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