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IWR - Cold Asylum

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Artist IWR
Title Cold Asylum
Homepage IWR
Label BLACK RAIN
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Israelische Elektroniker scheinen ein Faible für Abkürzungen zu besitzen, zumindest präsentieren nach PTYL auch die „Black Rainer“ eine selbige als Bandnamen. Hinter dem Buchstabentrio IWR verbergen sich Maor Appelbaum (Vocals, Bass etc.) und Tal Galfsky (Keyboards/ Programming) als fester Stamm, der um Sängerinnen und bei Bedarf Live Musikern ergänzt wird. 2000 fand das Duo zusammen, 2001 erschien ein erstes Demo, im Jahre 2006 dann das Debüt (ebenfalls beim Chemnitzer Label) mit dem Titel „Ground Zero“. Nun also der Nachfolger, der uns 7 neue Stücke und 4 Remixe bei einer Laufzeit von über 50 Minuten präsentiert. Quasi genau zwischen Longplayer und MCD angesiedelt, aber darüber muss man nicht diskutieren.

Der Sound erweist sich als erfreulich vielschichtig. Ein Dark Electro Grundgerüst wird begleitet von diversen Flächen, trancigen Einschüben, Samples (überwiegend aus „Aeon Flux“) sowie weiblichen und männlichen Vocals. Erstere stammen gleich von 2 verschiedenen Damen (Moran Uliel/ Michale Jakubowicz) und lassen sich mit den Worten „sphärisch“ und „poppig“ wohl am besten beschreiben. Dagegen wurde die Männerstimme von Herrn Appelbaum überwiegend durch den Verzerrer gejagt, um so einen aggressiven Gegenpol aufzubauen. Die Scheibe wurde komplett in der Heimat erstellt, lediglich das Mastering erfolgte wieder durch SOMANs Kolja Trelle. Dabei erreicht man in meinen Ohren nicht ganz westliche Standards, Probleme ergeben sich dadurch aber nicht. In der Tracklist geht es überwiegend getragen düster zur Sache, clubtaugliche Sachen sind eher in der Minderheit bzw. bei den Remixen anzutreffen. Die Single „Morning Star“ dürfte sich mit ihren eingängigen Beats am ehesten für Tanzschuppen anbieten. Dagegen wirken Titel wie „New Dawn“ recht schleppend und nicht gerade lebensbejahend. „Black City“ fährt im Hintergrund eine nett gemachte kleine VNV-Hommage auf, bevor dann Tom Davidov mit seinen Bearbeitungen richtig losbrettern darf. Titel wie „Kombat“ oder „Nails“ Remix sind hier wörtlich zu nehmen und verleihen den jeweiligen Originalen ein ganz neues Flair. Das Ganze wirkt einfach direkter und eingängiger, was jetzt überhaupt keine Wertung darstellen soll.

Ein sehr solides Dark Electro Album ist hier entstanden, dem man die Lust zu Soundspielereien und Innovationen jederzeit anmerkt. Ob das reicht, um den hiesigen Markt zu knacken, der ja teilweise eher von „leichter Kost“ beherrscht wird, bleibt abzuwarten. Anspruchsvollere Genre-Hörer sollten hier Probehören!

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