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J.T.R SICKERT - Everything is growing old

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Artist J.T.R SICKERT
Title Everything is growing old
Homepage J.T.R SICKERT
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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7.8/10 (6 Bewertungen)

J.T.R. SICKERT? Ein etwas eigenwilliger Name für eine aufstrebende italienische Gothic Metal/ Rock Formation. Mal schauen, was Google und Wikipedia zu diesem Thema zu sagen haben. Titelgebender Walter Richard Sickert war ein exzentrischer Maler, geboren 1860 in München, der aber einen wesentlichen Teil seines Lebens in England verbracht hat. Und da beginnt es, interessant zu werden, gibt es doch nicht wenige Quellen, die Sickert mit dem berühmt-berüchtigten Jack The Ripper in Verbindung bringen. Eine Dame erstand gar 31 seiner Gemälde, um einen rudimentären DNA-Abgleich mit mutmaßlich vom Ripper verwendeten Briefmarken-Speichel durchzuführen. Und schon wäre auch das „J.T.R.“ geklärt, wobei ich die Bezeichnung insgesamt doch etwas unglücklich finde, lässt sich halt schwer auf Konzerten skandieren. Aber hier soll es ja letztendlich um die Musik des Quintetts gehen, welches 2005 vom ehemaligen Drummer von DESPISE/ HATEBLASTED aus der Taufe gehoben wurde. Nachdem selbiger seine Liebe zu elektronischer Musik entdeckt hatte, fanden sich schnell geeignete Mitstreiter, von denen die weibliche Stimme Erika Miraglia besonders heraussticht. Auch optisch.

Die 4 Stücke mit gut 20 Minuten Laufzeit geben einen Einblick in die düstere Welt der Südeuropäer. Schwere Riffs in Verbindung mit nicht zu dominanten Keyboardeffekten und dem typischen Wechselgesang von Mann und Frau. Der Herr singt überwiegend clean, versteht es aber auch zu shouten bzw. zu growlen, was insbesondere beim Titeltrack/ Opener im Refrain für genussvolles Kopfnicken sorgt. Während Tiziano aber noch ein wenig unsicher wirkt und an seinem Akzent arbeiten sollte, kann die Dame mit ihrem mittel-hohen Gesang selbst bei einem Skeptiker wie mir punkten. Ebenfalls überzeugend fällt die Gitarrenarbeit aus, durch Anklänge an härtere Metal-Spielarten bleiben die Kompositionen dynamisch und nicht zu sehr auf evt. weinerliche Gothic Strukturen fixiert. Insbesondere das hart riffende „Sickert’s Knife“ überzeugt in dem Kontext, passt ja auch gut zur lyrischen Seite. Lediglich „666 for my broken Dreams“ geht es etwas bedächtiger an, ohne zu einer Herz-Schmerz Ballade zu mutieren.

Live konnte man schon für TO/DIE/FOR eröffnen, wobei man zumindest deren letzte Outputs locker verbläst mit dieser MCD. Also für Fans in der Schnittstelle von Metal zu Gothic mit Faible für Kapellen wie LACUNA COIL eine schöne Zwischenmahlzeit aus Bella Italia.

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