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JADED HEART - Fight the System

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Artist JADED HEART
Title Fight the System
Homepage JADED HEART
Label FASTBALL
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

Es gibt nicht viele Bands auf dem Planeten Erde, die 22 Alben in 11 Jahren veröffentlichen. „Fight the System“ ist ergo sogar schon das 12. Im 23. Jahr! Da fragt man sich, woher so viel Produktivität kommen kann. Verantwortlich für diese VÖ-Wut sind Johan, Michael, Peter, Masahiro und Bodo von JADED HEART. Die Deutsch-Schwedische Band fiebert dem 26. September entgegen, an dem ihre neuste Sammlung musikalischer Kreativität Release feiert. Um die Wartezeit zu verkürzen, gab es „Schizophrenic“ bereits als Video im Netz. Dieser Song behandelt, wie die meisten von JADED HEART, die 3 P-Themen: Psyche, Persönlichkeit und Probleme. Viele Lyrics rufen Gedanken wach, die sagen: Hoffentlich fühlen die armen Musiker sich nicht gerade so, wie sie es in ihren Texten beschreiben. Verlust, Verletzung, Verwirrung und ganz viel Verzweiflung – also Emotionen mit V – sind die dominanten Inhalte.

„Control“, ein Lied über einengende Mächte, die man so sehr hasst wie benötigt, um Halt zu finden, ist in Wahrheit ein Duett mit Rick Altzi von MASTERPLAN. Seine und Johans Stimme fusionieren reibungslos miteinander, es ist, als würden sie sich gegenseitig schnelle Bälle zuwerfen oder auf irgendeine andere Art sportlich synchron performen, anders kann man es nicht beschreiben. Mit „I Lost My Faith“ und „Not In A Million Years“ haben JH weitere aussagestarke Lieder geschrieben. Ersteres sollte selbsterklärend sein, fällt aber auch dadurch auf, dass es eines der wenigen ist, die direkt auf den Albumnamen „Fight the System“ eingehen. Die meisten kümmern sich eher um persönliche Sorgen als das große Ganze. „Not In A Million Years“ mutet an wie ein schnulziges Liebesgeständnis, wobei es in Wahrheit an den Sohn des Protagonisten gerichtet ist: „what happened before, I’m sorry son/ It’s all my fault/ I will stand here by your side“.

„Nightmare’s Over“ gibt mir Rätsel auf, ist die vom Träumer beschriebene Szenerie doch kaum ein Albtraum im klassischen Sinne. Ein Engel erscheint ihm, starrt ihn an und fliegt dann wortlos davon. Geht es um eine Frau, die ihm entglitten ist? Oder ist der Engel die Erlösung aus einem anderen, vorherigen Albtraum? Auch „Never Free“ mit seiner Regenwetterstimmung lässt offen, warum der, der da spricht, sich so beengt und einsam fühlt. Könnten all diese Texte so nicht auch von einem Jugendlichen in emotional turbulenten Zeiten verfasst worden sein? Mag sein, aber sicher nicht mit so tollen Headbanger-Rhythmen wie in „Terror In Me“ oder so schönen Reimen wie in „Till Death Do Us Part“. Entschuldigt mich, ich würde gerne diese Gitarrensolos hören, bis dass der Tod uns scheidet…oder nein, vielleicht lieber doch nicht. Dann würde ich ja das Ende verpassen mit weiteren Songs, wie sie nur ein Bösewicht in einem Hollywood- oder Horrorstreifen singen dürfte.

Dabei ist es gar nicht mal die Musik, die so dunkel ist. Im Gegenteil, JADED HEART bewegen sich sicher zwischen AOR und Melodic Metal. Es sind nur die Texte, die mit ihren negativ-verwirrten Hilferufen in Unruhe versetzen. Nicht darauf geachtet und schon hat man Lieder für die Tanzfläche auf jeder Rock’n’Roll-Party. Der Vorteil daran: Alle Metal-Fans sind glücklich.

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