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JÄGER 90 - Fleisch macht böse

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Artist JÄGER 90
Title Fleisch macht böse
Homepage JÄGER 90
Label OUT OF LINE
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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5.2/10 (9 Bewertungen)

Nach einigen Veröffentlichungen, die der breiten Szeneöffentlichkeit nicht unbedingt verborgen blieben, aber dennoch nicht zum ganz großen JÄGER 90-Hype geführt haben, steht nun mit „Fleisch macht böse“ der neueste Longplayer Gewehr bei Fuß. Die beiden Rostocker Thoralf (Gesang) und Vigo (Percussions) streben nach „Harte Zeiten“ (2005), „Total Debil“ (2006), „Muskeln und Küsse“ (2007) sowie „Drischne Skasal“ (2009) jetzt in Komplizenschaft mit Out Of Line endgültig die Weltherrschaft des EBM-Kosmos‘ an.

Nachdem in den letzten beiden Jahren ordentlich live aufgespielt wurde, gehen JÄGER 90 nach Hits wie „Dessau“ oder „Stiefelblitz“ eine weiteren Schritt nach vorne, schmeißen Konventionen und Erwartungen über den Haufen und erfreuen auf ihrer neuen Scheibe mit einer unerwarteten Neuinterpretation des Genres. Das liegt einerseits an dem eher ruhigeren Tempo, welches sich durch das ganze Werk zieht und zum anderen an den sehr geschickt eingesetzten Textzeilen und Rhythmuswechseln. Das ist nicht immer der „Pogo“ vergangener Tage und für Fans der ersten Stunde daher etwas Neuland. Man bleibt im Stile und im inneren Geiste aber den Urgroßvätern DAF ein treuer Weggefährte. Mein persönlicher Anspieltipp ist „Meine Seele voller Lust“, das erst melancholisch schwermütig beginnt und durch melodische Tempowechsel Abwechslungsreichtum beweist. Hier und da wirken die minimalistisch gehaltenen Textpassagen etwas arg konstruiert und die Jungs legen die Deutsche Sprache schon mal für einen abschließenden Reim doch sehr frei aus. Da sich die JÄGER aber nicht um den Erhalt unseres Sprachbrauchtums, als vielmehr um volle Tanzflächen bemühen, sei das verziehen.

Rundum 11 Songs, die einem in den Möglichkeiten eher reduzierten Genres neues Leben einhauchen. Vielleicht nicht der absolute Durchbruch für die JÄGER aber immerhin ein großer Schritt nach vorne. Meine Hochachtung für ein mutig „anderes“ Album, das für Menschen mit offenem Erwartungshorizont bestimmt keine Enttäuschung sein dürfte.

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