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JÄNNERWEIN - Abendläuten

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Artist JÄNNERWEIN
Title Abendläuten
Homepage JÄNNERWEIN
Label HEIMATFOLK/ STEINKLANG
Leserbewertung
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4.4/10 (43 Bewertungen)

„Für jeden Pfad, den man betritt, muss ein alter enden“

Mit JÄNNERWEIN präsentiert sich eine weitere neue Alpin Folk Formation auf dem Steinklang Ableger Heimatfolk. 2005 von Max KTG unter dem Namen NEULAND aus der Taufe gehoben (siehe Myspace Seite) firmiert man nunmehr als Trio mit neuer Flagge. Dabei leitet sich die Bezeichnung vom Volkslied über den Wildschütz Jennerwein ab, der als Wilderer zu einer Art Legende und Symbol für den Kampf gegen die verhasste Obrigkeit avanciert ist. Musikalisch werden die klassischen (Neo) Folk Instrumente ergänzt durch Flöte, Violine, Akkordeon und ein paar dezente Synthie Klänge – inhaltlich stehen Mythen und Rituale der kargen Bergwelt im Vordergrund. Sehr oft auch mit religiösem/ christlichem Anstrich.

Kirchenglocken läuten dementsprechend das Werk ein, bevor bereits beim 2ten Stück, der „Klage“, eine Drehleier für interessante Farbtupfer sorgt. Den Gesang teilen sich die Herren Max, Benjamin und Peter, womit bereits ein ordentlich Maß an Abwechslung erreicht wird. Der „Sturm“ wird dann auch gleich mehrstimmig intoniert. Der im Presseinfo angedeutete Martial-Anteil bleibt sehr dezent, zu nennen wäre hier am ehesten das „Abendgebet“, wo man ganz leicht TRIARII-Regionen touchiert. Ansonsten bleibt der Sound zwischen den Polen „zerbrechlich“ und „kraftvoll“, oft auch garniert mit Genre-üblicher Melancholie. Für ein Erstlingswerk auf jeden Fall schon sehr professionell in Szene gesetzt, ohne gleich eine Revolution auszurufen.

Wer sich in Salzburg ein wenig auskennt, vielleicht schon durch die Gassen flaniert ist oder zumindest die exzellente „Silentium!“ Verfilmung um Josef Hader genossen hat, wird um das eigenartige katholizistische Flair der Stadt wissen. Diffuse alte Bräuche leben dort Hand in Hand mit der Moderne. Diese Stimmung transportieren JÄNNERWEIN in vorzüglicher Art und Weise. Nicht so wild und roh wie die Kollegen STURMPERCHT, nicht so „rockig“ angelegt wie beispielsweise GRAUMAHD und nicht ganz so überzeugend wie FALKENSTEIN dürften Anhänger dieser Richtung mit dem „Abendläuten“ dennoch eine interessante Erfahrung machen.

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