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JAKE BUGG - s/t

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Artist JAKE BUGG
Title s/t
Homepage JAKE BUGG
Label MERCURY
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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8.8/10 (5 Bewertungen)

In der britischen Heimat erschien der selbstbetitelte Erstling des 18-jährigen Singer-/Songwriters JAKE BUGG bereits im vergangenen Herbst und rauschte dort aus dem Stand an die Chartspitze. Noel Gallagher mutmaßte im Zusammenhang mit den 14 Gitarrensongs des Jungspunds: „BOB DYLAN trifft ARCTOC MONKEYS“ und liegt damit gar nicht so falsch. Keine Frage, dass der OASIS-Mitbegründer den jungen Mann auch gleich einmal als Support verpflichtete; wahrscheinlich erinnert ihn Jake auch an die gute alte OASIS-Zeit, wobei hier keinesfalls der Eindruck entstehen soll, Mr. Bugg schwimme lediglich auf irgendeiner ausgelutschten Retro-Welle!

Vielmehr gelingt es dem Musikus mit seinen manchmal fast altklugen Stücken, das Beste aus BOB DYLAN, BUDDY HOLLY und OASIS zu filtern und gekonnt mit seiner eigenen Handschrift zu versehen. Angefangen beim Opener „Lightning Bolt“, der mit ungehobelt-aggressiven Sechssaitern daherkommt, während die Single-Auskopplung „Two Fingers“ ein federnder Hit ist, wie man ihn lang nicht mehr gehört hat. Das lebendige „Taste It“ versprüht Zuversicht und stürzt sich in die Zukunft – ganz so wie es sich für einen Teenager gehört. Hingegen wirkt „Seen It All“ für sein Alter von bald 19 Jahren viel zu abgeklärt, was der musikalischen Qualität des Kopfnickers und Fußwippers aber keinen Abbruch tut. Der zu Herzen gehende „Country Song“ ist genau das, was der Titel verspricht und löst das ebenfalls sehr gefühlvolle „Simple As This“ ab, um auch mit „Broken“ leise, eindringliche Töne anzuschlagen. Mit dem UK-Debüt „Trouble Town“ macht JAKE BUGG mit viel Blues wieder Tempo, das mit „Ballad of Mr Jones“ erneut zurück gefahren wird. Dieses wunderbare Lied versetzt den Hörer umgehend auf einen einsamen Highway durch eine verdorrte Wüstenlandschaft, während „Slide“ den großen Gefühlen ihren melancholischen Höhepunkt beschert. „Someone Told Me“ ist derweil einfach eine fantastische Akustiknummer, der man gebannt lauschen muss. Beim folgenden „Note To Self“ gesellen sich zum stimmigen Sound noch ein paar Streicher, bevor mit „Someplace“ ein Song auf dem Programm steht, der zu den ersten aus der Feder des Folk-Singer-/Songwriters zählt. Wahrscheinlich wird er damals nicht älter als 15 oder 16 gewesen sein und zweifellos hatte er bereits zu diesem Zeitpunkt ein gutes Händchen für Melodien. Dass es beim abschließenden „Fire“ auch das Knistern alter Schallplatten zu hören gibt, passt zum Sound, der wie bereits erwähnt durchaus retrospektiv, aber gleichzeitig im Hier und Jetzt zuhause ist.

Was JAKE BUGG mit seinem ersten Longplayer da vorlegt, ist schon beachtlich. Bleibt zu hoffen, dass ihm der Erfolg nicht zu Kopf steigt und die Kreativität auch für weitere Platten reicht. Potenzial und Talent sind ohne Zweifel jede Menge zu hören und zu meckern gibt es bei diesen 14 Volltreffern schon mal gar nichts.

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