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JAMIE’S ELSEWHERE - They Said A Storm Was Coming

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Artist JAMIE’S ELSEWHERE
Title They Said A Storm Was Coming
Homepage JAMIE’S ELSEWHERE
Label VICTORY RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Geilomat 2000!! Das Jahr 2010 fängt ja im EmoCore gleich ohne Pause da an, wo es 2009 aufgehört hatte: mit Highlights en masse!! Hab ich mich gerade erst an solchen Knallern wie SET YOUR GOALS’ „This will be the Death of Us“ oder der göttlichen „Homesick“ von A DAY TO REMEMBER satt gehört, so schmeißen Victory Records mit dem Zweitwerk der Kalifornier JAMIE’S ELSEWHERE zeitgleich mit ALESANAs „The Emptiness“ (auf Fearless Records) und GREELEY ESTATES’ „No Rain, No Rainbow“ (auf Tragic Hero) ein extrem starkes und extrem frühes Genre-Jahreshighlight auf den eigentlich gut gefüllten Markt.

Aber nun ist für alle später Veröffentlichenden diese Scheibe namens „They Said A Storm Was Coming“ erstmal zu übertreffen, und jenes könnte sich nicht als zu einfach gestalten, haben die 6 schlecht frisierten jungen Männer doch ein respektables Arsenal an mit klebrigen Hooklines gefüllten Songs auf der Habenseite. Gekonnt wird hier mal geschmust, dann wieder brettig gerifft und gekeift. Das ganze immer nachvollziehbar und wie aus einem Guss. Es macht einfach nur Spaß, Tracks wie „The Mapmaker“ oder „Visions In Sleep“ beim sich Entfalten zuzuhören, wie Stakkato-Riffs über eine kurze Bridge gleitend in einem zuckersüßen Refrain ihren Höhepunkt finden. Quasi ein Wechselbad der modernen Rock-Musik, welches schön von spacigen aber nie unpassenden oder zu vordergründigen Keyboards unterstützt wird. Wer mit Sachen wie den Diskographien von THE DEVIL WEARS PRADA oder von mir aus auch BURDEN OF A DAY seinen CD-Wechsler füttert, der kann hier nichts falsch machen. Gut produziert und gespielt ist es auf jeden Fall, Hooklines und kleine Hits gibt’s auch mehr als eine Handvoll, und da für meine Ohren mit „The Prodigal“ den 10 Bomben qualitativ nur ein Ausreißer gegenübersteht… beide Daumen ganz weit nach oben!

Die sollte man sich eigentlich am besten doppelt kaufen und jetzt schon eine ins Cabrio legen für den Sommer, denn ich bezweifle, dass so schnell eine bessere „Oben Ohne“-Fahrspaß-CD kommen wird dieses Jahr… aber da lass ich mich gerne überraschen oder eines Besseren belehren… bis dahin: Enjoy!
Andreas Lohse

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Sie rühren wieder, die Sterne-Köche von Victory. Für das zweite Album der kalifornischen Post-Hardcoreler JAMIE’S ELSEWHERE in diesem Fall. Denkbar einfach ist das Rezept für die auf den Namen „They Said A Storm Was Coming“ getaufte Platte: ein bisschen Gekeife hier, süßliche SILVERSTEIN-Hooks da, technisch saubere Leads und brettige Breakdowns der Marke A DAY TO REMEMBER treffen sich im Mixer und ein Keyboard-Sound, der von atmosphärisch über spacig bis hin zu melodramatisch reicht, spendet die abrundende Würze. Mahlzeit!

Doch müssen viele Köche ja nicht gleich den ganzen Brei verderben, wie die in Sacramento beheimateten Jungs schnell demonstrieren. Schon die Vorspeise läuft mit „Seasons“ die gut geölte Screamo-Kehle problemlos herunter. Dickes Gebrette und ein Synthie-Teppich begleiten hier zunächst Shouter Aaron, bevor der sich, Hand in Hand mit ein paar Party-Keys, in recht popige Sphären begibt. Hat was von STILL REMAINS an dieser Stelle. Nach dem logischerweise abschließenden Breakdown wird das Mahl mit „The Mapmaker“ eher gemach fortgesetzt. Es wird vorzugsweise gesungen, gekeift nur zwischendurch. An einen weiteren Break schließt sich ein kurzer Key-Part mit Atmosphäre an. Überhaupt scheint Tastenmann und Tunnel-Tattoo-Aushängeschild Mike viel zu melden zu haben, dafür macht er seine Sache aber ordentlich und arbeitet mit diversen Sounds (so trägt er das cleane „The Prodigal“ allein mit ruhigen Trance-Klängen), die durchaus Abwechslung versprechen. Gleiches kann man spätestens ab der zweiten Hälfte der Scheibe von den Songs nicht mehr so ganz behaupten, wenngleich die Stücke qualitativ auch nicht gerade abfallen. Vielmehr fehlt JAMIE’S ELSEWHERE und den Kompositionen im Einzelnen letztendlich doch die eigene Note, so dass schnell fünf Millionen andere Bands der Core-Sparte an der Haustür klingeln. Nichtsdestotrotz stehen mit der Video-Single „Giants Among Common Men“ und bösen Baller-Stücken wie dem vertrackten „Visions In Sleep“ weiterhin sowohl zarte Gaumenfreuden, als auch hartes Futter für Pit-Artisten auf der Speisekarte. Abgeschlossen wird übrigens ebenfalls deftig, denn „Antithesis“ brettert ziemlich fett und THE DEVIL WEARS PRADA-like los, endet jedoch in einem ruhigen Outro. Ein appetitlicher Abgang!

Mit den oben benannten Bands und ähnlichen Vertretern der aktuellen Core-Welle (WE CAME AS ROMANS zum Beispiel) ist man somit ganz gut beraten. Ziemlich stereotyp und damit Victory-Standard ist „They Said A Storm Was Coming“ zwar, aber schließe ich mich letztendlich den Worten des ersten Rezensenten dahingehend an, dass die Scheiblette an schwülen Sommertagen wie eine angenehme Brise durch das überhitzte Auto fegen wird.
Sebastian Palmer

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