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JAN BÖTTCHER - Vom anderen Ende des Flures

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Artist JAN BÖTTCHER
Title Vom anderen Ende des Flures
Homepage JAN BÖTTCHER
Label KOOK
Leserbewertung
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5.5/10 (2 Bewertungen)

Jan Böttcher, 1973 in Lüneburg geboren, lebt als freier Autor, Sänger und Musiker in Berlin. Meine ersten Berührungen mit ihm beziehen sich auf seinen Roman „Geld oder Leben“, der 2006 erschienen ist und mich bestens unterhalten hat. Dem ein oder anderen mag er auch noch als Sänger und Texter der Berliner Band HERR NILSSON in Erinnerung sein. Nach fünf CD-Veröffentlichungen mit dieser Formation erscheint jetzt seine erste Singer-/ Songwriter-Soloscheibe „Vom anderen Ende des Flures“.

Wie nicht anders zu erwarten, nehmen beim neuesten Werk aus der BÖTTCHER-Schmiede die Texte den größten Raum ein, während die Musik ein untergeordnetes, eher stilles Dasein fristet. So lenkt dann auch nur wenig von den Lyrics ab. „Ohne Titel“ kommt der Opener aus, der fast ein wenig wie eine Erklärung wirkt, weshalb diese Platte überhaupt entstanden ist. „Die frühen Verluste“ ist eine zweischneidige Abrechnung mit der Jugend, sehr persönlich wirken „Stillgelegte Gleise“ und „Jünger waren“, wohingegen ich mich bei „Bed & Breakfast“ frage, ob hier jemand eine Art „Kurzurlaub“ im Krankenhaus anstrebt. Nachdenklich präsentieren sich „Mein Tag“ und „Paradies“, was man von „Galeerenporno“ nur bedingt sagen kann. Diese Abrechnung mit der Pornoindustrie zaubert ein Lächeln auf mein Gesicht. „Die Vielfalt“ überrascht mit erstaunlich viel Drive und Bläsern, dann kümmert sich „Kommando Kassandra“ um den Überwachungswahn und „Tralfamadore“ um Außerirdische vom gleichnamigen Stern (aus dem Buch „Schlachthof 5 oder Der Kinderkreuzzug“ von Kurt Vonnegut). „Beruflich ist der Stadt“ erinnert ein wenig an das Telefonat, dass Stephan Remmler und TRIO mit „Sabine, Sabine“ führten. In diesem Fall ist es die Geschichte eines Mannes, der ausgerechnet seine Ex um einen Schlafplatz bittet. Bleibt noch „Wellness“, das Relax-Wochenenden in Frage stellt.

Für mich hätte der Sound etwas knackiger ausfallen dürfen, stattdessen liegt das Hauptaugenmerk auf den zweifellos hörenswerten Texten, die man auch im liebevoll aufgemachten Booklet nachlesen kann.

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