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JAN DELAY - Hammer & Michel

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Artist JAN DELAY
Title Hammer & Michel
Homepage JAN DELAY
Label UNIVERSAL
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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2.0/10 (2 Bewertungen)

Jan Phillip Eißfeldt macht jetzt in Rock. Jan Phillip Eißfeldt? Okay JAN DELAY sagt dem einen oder anderen vielleicht mehr. Nach Reggae, Funk und Soul zieht der Hamburger Jung jetzt die Lederjacke an und macht auf hart. Naja, so hart natürlich nicht. Es darf zu Album No. 4 „Hammer & Michel“ immer noch entspannt getanzt werden und echte Rocker werden vermutlich angesichts dessen, was JAN DELAY da im Namen des Rocks fabriziert, nur den Kopf schütteln. Wer es mit dem Rock ehrlich meint, der näselt schließlich nicht, sondern hat ne Reibeisenstimme, der man unzählige Kippen und harte Alkoholika anhört.

Nichtsdestotrotz vermag „Hammer & Michel“ durchaus zu unterhalten, wenn man das Ganze nicht zu ernst nimmt. Herr Delay sinniert im Opener zu dezenten Gitarrenriffs über die „Liebe“ und bleibt dabei doch immer im Herzen ein Hip-Hopper, aber warum nicht ein bisschen Crossover? „Dicke Kinder“ ist dann doch ein wenig zu plump geraten, was der Entertainer jedoch mit „Sie kann nicht tanzen“ retten kann. Wobei wir hier nicht davon sprechen, dass er an dieser Stelle wie der Teufel rockt. JAN DELAY gefällt schlicht mit schmissigen Grooves und einem halbwegs amüsanten Text. Wenn er mit seiner DISKO NO.1 auf der „Straße“ ist, dann eben nicht im klapprigen Tourbus, sondern im komfortablen Gefährt mit allem Schnickschnack. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und eine Mundharmonika noch lange keinen waschechten Blues. Handwerklich ist ein Song wie „Fick“ durchaus sauber gemacht, aber irgendwie fehlt doch das Herzblut. Sich an einer „Scorpions-Ballade“ zu versuchen, ist noch mal ein ganz anderer Schnack. Man kann von den Hannoveranern halten was man will, aber DAS hätten sie besser hinbekommen und ich bin beileibe kein „Wind of Change“-Fan. JAN DELAY sollte eindeutig besser mehr Drive in seinen Sound einfließen lassen. Es müsste dabei vielleicht nicht unbedingt ein JETHRO-TULL-Gedächtnis-Flötensolo sein, wie es bei „Nicht eingeladen“ der Fall ist, aber trotzdem gehört die Nummer ins obere Drittel und ist sicher ein Single-Kandidat. „Action“ hat jede Menge Funk und Soul, aber Rock? Eher Fehlanzeige. Ruhige Klänge schlägt „Hertz 4“ an und erinnert am Rande an das 2006er „Für immer und Dich“, kommt jedoch nicht an dessen Qualitäten heran. Natürlich muss ein Hamburger auch einen Song über „St. Pauli“ machen. Das ist nicht nur Lokalpatriotismus, sondern auch marketingtechnisch klug. Außerdem kann man die Nummer problemlos auch noch nach reichlich Alk mitgrölen und wenn’s mit dem Text nicht mehr klappen will: einfach wegnuscheln, funktioniert bei JAN DELAY ja auch. Ob er sich allerdings mit „Wacken“ einen Gefallen getan hat? Ach, was soll’s! Wacken ist auch nicht mehr das, was es mal war, da kommt es auf einen halbgaren Rocksong mehr oder weniger auch nicht mehr an. Wenngleich der Track zweifellos die rockigste Nummer des Albums ist und das finale „Kopfkino“ das poppigste Schmuselied der Scheibe.

Wer mit „Dicke-Titten-Sounds“ wirbt, weckt große Erwartungen und legt die Messlatte ziemlich hoch. Unter dieser Maßgabe ist „Hammer & Michel“ ein Reinfall. Wenn er tätowierten FDPlern seine zehn Mittelfinger zeigt, hat das nur begrenzt was mit dem zu tun, was per Definition Rock sein sollte. Lässt man den erhobenen Rock’n’Roll-Zeigefinger weg und beschränkt sich auf das Spaßpotenzial der Platte, so dürften immerhin die Fans von JAN DELAY & DISCO NO.1 auf ihre Kosten kommen. Neue wird der Hanseat allerdings mit dem vierten Studio-Output kaum gewinnen können. Jedenfalls nicht in bei der etwas härteren Fraktion, die werden das, was Jan Phillip Eißfeld Rock nennt, nur belächeln können. Gewollt ist halt noch lange nicht gekonnt.

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