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JAN DORN - …unter den Nadelbäumen

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Artist JAN DORN
Title …unter den Nadelbäumen
Homepage JAN DORN
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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7.8/10 (10 Bewertungen)

DEPRESSIVE AGE waren in den 90ern eine DER großen Metal-Hoffnungen Deutschlands. Doch trotz Killer-Alben der Marke „Symbols for the blue Times“ blieb der große Wurf aus. Einige Jahre später ist Shouter Jan Lubitzki wieder da. Doch Metal-Fans sollten nicht zu früh jubeln, denn mit zwei Kollegen geht „Lubi“ bei JAN DORN gänzlich neue Wege.

„Dunkle deutsche Härte“ will das Trio auf „…unter den Nadelbäumen“ darbieten. Dies präsentiert sich dann in einer Art rifflastigen Dark Pop. Diese Riffs kommen während der 5 Tracks leider etwas zu kurz, ist die Produktion doch leider zu sehr auf die Stimme ausgerichtet. Diese wurde permanent etwas zu sehr in den Vordergrund gemischt. Musikalisch geht es beim Opener „Mein Feind“ in die abgeschwächte OOMPH!-Richtung. Treibende Riffs und eine eingängige Synth-Melodie sowie die packenden deutschen Vocals beherrschen hier den Song. Durch die erwähnte etwas schwache Produktion verliert der Track dabei etwas an Druck. Die Grund Melodie von „Sommer“ kommt mir dann so bekannt vor, dass ich zuerst an eine Coverversion denken muss, kommt einem dieser Stil doch schon von diversen Goth-Bands (u.a. THE CURE oder auch ZERAPHINE etc.) schon mehr als bekannt vor. „7 Teller Pech“ geht dann schleppend-düster voran, mit verfremdeten Vocals und besser eingesetzten Gitarren. Doch so richtig zünden will dieser Titel genauso wenig, wie das etwas zu einfach vor sich hin groovende „Kohlenträger“, wo der Aufbau von Strophe, Refrain und Melodie ein weiteres Mal zu vorhersehbar geworden ist.

Ein schwieriges Thema packen JAN DORN mit „Prinz & Riese“ an. Das Problem Kindesmißbrauch ist allgegenwärtiger denn je und „Lubi“ stößt den Hörer mit in blumigen Phrasen verpackten aber nicht weniger deutlichen Worten auf diese Problematik. Auch hier hätte gerade diesem Track ein druckvoller Sound und vor allem eine fettere Gitarren-Passage mehr als gut getan, um die Dramatik noch akustisch zu untermauern.

Recht gute Ansätze findet man auf „…unter den Nadelbäumen“ ohne Frage sowohl bei der Musik als auch bei den Texten. Die Umsetzung lässt aber trotz Demo-Status noch ne Menge zu wünschen übrig, weswegen man abwarten muss, ob JD in Zukunft an die großen Bands werden aufschließen können.

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