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JANOSCH MOLDAU - Lovestar

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Artist JANOSCH MOLDAU
Title Lovestar
Homepage JANOSCH MOLDAU
Label MOTOR/ RENT A RECORD COMAPNY
Leserbewertung
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5.0/10 (9 Bewertungen)

Wer mal auf einem DE/VISION-, MESH-, PROJECT-PITCHFORK- oder NITZER-EBB-Konzert war, konnte u.U. auch schon JANOSCH MOLDAU live erleben, denn der Ulmer Soundtüftler hat bereits zahlreiche Gigs dieser Elektroniker eröffnet. Nach seinem 2005er Debüt „Redeemer“ und dem Nachfolger „Motel Songs“ aus 2008 legt der bisweilen als „ein die Liebe besingender Crooner“ bezeichnete Moldau seinen dritten Streich „Lovestar“ vor, mit dem es erneut in dunkle Elektrogefilde geht.

Melancholie wird bei dem 38-jährigen ganz groß geschrieben und in diesem Sinne eröffnet auch der Titeltrack den Reigen mit wabernden Synthie-Sounds und bittersüßem Gesang. „My Love“ und „Into This Life“ bitten zum gepflegten Düster-Tanz, um mit „Satellite“ wieder in ruhige Untiefen abzutauchen. Die Vorabsingle „Second Best“ nimmt erneut Midtempo-Fahrt auf und bringt die Keys in schwermütige Stellung, bevor sich „Enough“ mit rhythmusbetonter Elektronik anschließt. So auf Touren gekommen, bleibt das geheimnisvolle „Enough“ ebenso wie das unterkühlte „The Final Show“ tanzbar. „Empty“ folgt mit allerhand Elektro-Frickelei in Slow Motion – ein Umstand der auch für den überwiegenden Teil der Songs gilt. Die zweite Singleauskopplung „In Another World“ zeigt sich noch einmal vergleichsweise temperamentvoll und auch bei „Open Wounds“ zieht noch einmal das Tempo an. Sieht ganz so aus, als wollte Kollege Moldau auf der Zielgeraden noch mal zeigen, dass er nicht gänzlich in schwermütiger Lethargie versinkt, denn auch „No Gender“ und „Abraham“ bringen überraschend viel Schmackes mit, bevor sich das finale „Devadasis“ mit dunkler Schwermut verabschiedet.

Der Name JANOSCH MOLDAU klingt bereits nach düsteren Melodien, die in sachten Wellen ans Ohr des geneigten Hörers schlagen. Der Mann weiß ohne Zweifel, was man aus der dunklen Synthie-Trickkiste alles zaubern kann und scheut sich nicht, auch der bitteren Tristesse ein adäquates Gewand zu geben. Akut Suizidgefährdete sollten von „Lovestar“ deshalb möglicherweise besser die Finger lassen. Diejenigen, die sich schon auf ihre Herbst-Depression freuen, bekommen hingegen just in time den passenden Soundtrack zum Trübsal blasen.

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